Freitag, 26. August 2016

Mitmachen und mitgestalten: Wettbewerbe und Initiative zu Frauen, Digitalisierung und Pflege


Frauen, Digitalisierung und Pflege – Zielgruppe und Aspekte, die aus der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben nicht mehr wegzudenken sind. Wir verweisen heute (erneut) auf jeweils einen dazu passenden Wettbewerb bzw. eine Initiative.

 

Women’s Empowerment Principles: Frauen stark machen

Quelle: http://www.weprinciples.org/
Frauen in der Wirtschaft stärken – das ist das Ziel der Women’s Empowerment Principles (WEPs). Die gemeinsame Initiative von UN Women und UN Global Compact hat zum Ziel, Unternehmen in die Verantwortung für die Gleichstellung von Frauen zu nehmen.

Die erste weltweite Initiative zu dieser Thematik ruft Arbeitgeber dazu auf, mit der Unterzeichnung der Principles die berufliche Position von Frauen – vom einzelnen Arbeitsplatz bis zur Führungsebene – aktiv zu stärken. Unterzeichner erhalten als sichtbares Zeichen ihres Engagements das „We Support“-Logo. Sie verpflichten sich damit, die insgesamt sieben Grundsätze in angepasster Form in die Unternehmenspraxis zu integrieren. Weltweit haben bereits 1.200 Unternehmen die WEPs unterzeichnet. Die Unterzeichnung erfolgt direkt online: http://www.weprinciples.org/Site/HowToSign/

Weitere Informationen unter: www.weprinciples.org und www.unwomen.de

 

Hurry up!: Deutscher Personalwirtschaftspreis Gesundheit

Quelle: https://www.personalwirtschaft.de
Der erstmalig gemeinsam von der Zeitschrift Personalwirtschaft und der Techniker Krankenkasse (TK) ausgeschriebene „Deutsche Personalwirtschaftspreis Gesundheit“ nimmt die Megatrends Digitalisierung und Gesundheit ins Visier. Noch bis zum 31. August 2016 können Unternehmen ihre Best Practice-Erfahrungen für gesundes Arbeiten in der digitalisierten Welt einreichen. Das diesjährige Schwerpunktthema des Wettbewerbs lautet: Employability (Beschäftigungsfähigkeit) bis zur Rente.

Die Verleihung des 1. Deutschen Personalwirtschaftspreises Gesundheit findet am 19. Oktober im Rahmen der Messe Zukunft Personal in Köln statt.

Weitere Informationen unter: https://www.personalwirtschaft.de/der-job-hr/personalwirtschaftspreis/personalwirtschaftspreis-gesundheit.html

 

Reminder: Otto Heinemann Preis zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Quelle: http://berliner-pflegekonferenz.de/preisverleihung/otto-heinemann-preis/
Für den Otto Heinemann Preis werden noch Vorbilder für eine pflegebewusste Arbeitswelt gesucht. Vergeben wird der Preis in drei Kategorien, die sich an kleinen und mittelständischen Arbeitgebern ausrichten. Noch bis zum 15. September 2016 wird jeweils das Unternehmen gesucht, das „in herausragender Weise für seine Beschäftigten optimale Bedingungen zur Vereinbarkeit von Pflege und Arbeit schafft, mit Ideenreichtum und unternehmerischer Weitsicht auf das Wohl seiner Angestellten zielt – wohlwissend, dass seelische und körperliche Ausgeglichenheit wesentlich die Arbeitseffektivität und somit der Unternehmensstabilität dienen.“

Ausgeschrieben wird der Otto Heinemann Preis von den Spitzenverbänden der BKKs und IKKs sowie der spectrumK GmbH. Eine zehnköpfige Jury, u. a. mit Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, ermittelt die Sieger. Die Preis diese am 8. November 2016 im Rahmen der 3. Berliner Pflegekonferenz.

Weitere Informationen unter: www.otto-heinemann-preis.de

Nach den Ferien ist vor den Ferien: Notfalllösung Eltern-Kind-Arbeitszimmer



„Manchmal nimmt mich Papa mit ins Büro.“ –
Eltern-Kind-Arbeitszimmer als probate Not-
falllösung (©berufundfamilie Service GmbH,
Marcel Coker)
In meinem Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen begaben sich die Schülerinnen und Schüler vorgestern (24.08.2016) nach sechswöchiger Pause wieder tapfer auf den ersten Bildungsweg. Zum Trost sei ihnen gesagt: Nach den Ferien ist vor den Ferien. Das gilt allerdings auch für die Eltern.

Die Ferienzeit ist für Beschäftigte wie für Arbeitgeber eine besonders herausfordernde Zeit. Berufstätige Eltern sind oftmals auf ein Ferienbetreuungsangebot für ihre Kinder angewiesen. Viele Arbeitgeber wissen dies bereits durch hauseigene Ferienbetreuungsmaßnahmen zu bieten. Doch oft können Kinder auch hier nicht wie geplant untergebracht werden. Dann muss eine gute Ad-hoc-Lösung her – wie zum Beispiel das Eltern-Kind-Arbeitszimmer.

Flexible Formate und Nutzung

Ein Streik in der KiTa, eine leichte (nicht ansteckende) Erkrankung des Kindes, ein Unterrichtsausfall in der Schule oder die kurzfristige Absage der Kinderfrau. Die Gründe für einen Wegfall des geplanten Betreuungsarrangements sind so vielfältig wie ihr Auftreten plötzlich ist. Vor der Arbeit oder im Laufe des Arbeitstages eine andere kurzfristige Betreuungsmöglichkeit zu finden, ist extrem schwer und häufig auch sehr teuer. Ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer am Arbeitsplatz kann eine Lösung für diese Notfälle darstellen – also dann, wenn Alternativen wie Arbeiten von Zuhause nicht möglich oder Ferienbetreuung und anderweitige Notfallbetreuung nicht gegeben sind. Es bedeutet, dass die/der Beschäftigte ihr/sein Kind in einem vom Arbeitgeber gesondert angebotenen Raum selber betreut und zudem einige berufliche Aufgaben bewältigen und dabei auf die teilweise unerlässlichen Arbeitsmaterialien zurückgreifen kann. Diese Maßnahme ist deshalb attraktiv, weil sie sich relativ leicht zur Verfügung stellen lässt.

Dabei ist die Lösung Eltern-Kind-Arbeitszimmer durchaus variantenreich ausgestaltbar: Vom Rollcontainer bis zu „Eltern-Kind-Räumlichkeiten“ ist alles möglich. Zwei Beispiele aus unserem berufundfamilie-Netzwerk dazu. De Luxusvariante sind Eltern-Kind-Räumlichkeiten, die z. B. aus drei Zimmern bestehen: dem Arbeitsraum, dem Spielzimmer und dem Schlafraum. Während der Arbeitsraum etwa über zwei voll ausgestattete Bildschirmarbeitsplätze verfügt, ist das Spielzimmer mit einer Vielzahl an Spielutensilien für unterschiedliche Altersgruppen ausgestattet. Der Schlafraum bietet ein Kinderbett und eine Rückzugsmöglichkeit für stillende Mütter. Die Räumlichkeiten können nur über das Arbeitszimmer mit einem berechtigten Ausweis betreten werden. Die Anordnung der Räume und Einrichtung ermöglicht, dass Mutter oder Vater Blickkontakt zum Kind halten kann. Die Kontrollmöglichkeit nimmt erfahrungsgemäß den akuten Stress aus der Ausnahmesituation.

Und etwas für die Pfiffigen, die das Betriebsgelände miteinbeziehen möchten: Ein mobiles Eltern-Kind-Zimmer bietet absolute Flexibilität. Mit einem voll ausgestatteten Rollcontainer, der auf dem Gelände verschoben werden kann, muss für das Eltern-Kind-Zimmer-Angebot nicht ständig ein Gebäuderaum frei gehalten werden.

Aber nochmals: Egal, wie das Eltern-Kind-Zimmer aussieht, das Arrangement stellt keine Dauerlösung, sondern Hilfe für den Ausnahmefall dar. Auch andere Erwartungen an das Eltern-Kind-Arbeitszimmer müssen klar sein: Nutzt die/der Mitarbeiter/in das Angebot, kann sie/er nicht ausschließlich für das Kind da sein kann. Gleichzeitig kann den beruflichen Aufgaben nicht in dem Umfang nachgegangen werden, wie es an einem normalen Arbeitstag der Fall ist. Aber: Die/der Beschäftigte kann durchaus produktiv sein. Ein großer Vorteil für den Arbeitgeber, der ohne das Angebot gänzlich auf die Arbeitsleistung verzichten müsste.

Darüber hinaus hat das Angebot eines Eltern-Kind-Arbeitszimmers eine besonders positive Signalwirkung: Es zeigt, wie wichtig dem Arbeitgeber eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ist und verdeutlicht deren Normalität.

Eltern-Kind-Arbeitszimmer von A bis Z durchdenken

Die Einrichtung eines Eltern-Kind-Arbeitszimmers bedarf einiger Überlegungen und Voraussetzungen, die von A wie „Ansprechperson“ über B wie „Benutzungsordnung“ und R wie „Rechts- und Versicherungsfragen“ bis hin zu Z wie „Zeitplanung“ reichen.

Ein paar Punkte seien hier kurz umrissen: Zunächst einmal sollte gut durchdacht sein, welcher Raum oder welche Zimmer für die Beschäftigten geeignet und gut erreichbar sind. Wenn sich die Unternehmensleitung für ein Eltern-Kind-Arbeitszimmers entscheidet, kann dieses übrigens in der Regel innerhalb von ein bis zwei Monaten realisiert werden. Bei der Umsetzung sollten folgende Fragen Berücksichtigung finden:

Ist der Raum kindgerecht und kindersicher ausgestattet? Bietet er zudem die technischen Möglichkeiten für die Arbeit des Elternteils? Wer koordiniert die Nutzungszeiten für den Raum und verwaltet gegebenenfalls den Schlüssel? Wie kann die Hygiene in diesem Raum gewahrt werden?

Eine entsprechende Benutzungsordnung sorgt für klare Verhältnisse, indem sie z. B. den Besuch im Falle einer ansteckenden Krankheit des Kindes ausschließt. Zudem werden das Buchungsprozedere erläutert und Ansprechpartner genannt. Verhaltensregeln innerhalb des Zimmers und Haftungsbestimmungen werden ebenfalls erläutert. Zu den grundlegenden rechtlichen, versicherungsrelevanten Regelungen gehört die Frage nach der Aufsichtspflicht und den Haftungsaspekten zwischen Eltern und Arbeitgebern. Gut geplant, ist auch hier mal wieder halb gewonnen. Spätestens die nächsten Ferien werden dann zeigen, wie die Notfalllösung Eltern-Kind-Arbeitszimmer bei den Beschäftigten ankommt.

Silke Güttler,
berufundfamilie Service GmbH