Freitag, 20. Januar 2017

Im Dialog geht’s weiter – Langjährig erfolgreiches Familienbewusstsein wird mit dauerhaftem Zertifikat honoriert

Seit 19 Jahren können Arbeitgeber ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik mit Hilfe des audit berufundfamilie (seit 2002 mit dem audit familiengerechte hochschule) strategisch und zukunftsgerichtet gestalten. Über 1.600 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen haben das als mehrstufiges Verfahren angelegte audit bereits erfolgreich durchlaufen. Der stringente Prozess zielt ab auf eine wachsende Selbststeuerung des Themas Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben durch die Organisation.

Den Bedürfnissen der langjährig engagierten Arbeitgeber, deren Zahl stetig zunimmt, entspricht die berufundfamilie Service GmbH jetzt mit einem neuen Verfahren – dem Dialogverfahren. Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, erläutert, was es mit der Neuerung auf sich hat.

Herr Schmitz, es wird zukünftig für langjährig familienbewusste Arbeitgeber ein Zertifikat zum audit berufundfamilie geben, das einen dauerhaften Charakter hat. Eine Innovation bei der berufundfamilie. Was steckt dahinter?

Entscheidend für diese Neuerung ist der hohe Entwicklungsstand, den sich Arbeitgeber im Rahmen des audit-Prozesses über viele Jahre in ihrer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik erarbeitet haben. Da bei den kontinuierlich aktiven Arbeitgebern eine Verankerung des Engagements in der Unternehmenskultur stattgefunden hat, möchten wir dies mit einem Zertifikat honorieren, das einen dauerhaften Charakter hat.

Wenn es nicht zu wesentlichen Veränderungen in der Organisation oder der Kultur kommt, wird das Zertifikat nicht „in Frage“ gestellt. Allerdings ist es zur Sicherung der Qualität alle drei Jahre mit dem Dialogverfahren zu bestätigen.


audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule: Die Organisation wächst mit dem audit. Und: Das audit passt sich der Organisation an. (©berufundfamilie Service GmbH)

Warum das Dialogverfahren?  

Für Arbeitgeber, die ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik seit vielen Jahren leben, ist es entscheidend, ihren hohen Entwicklungsstand zu pflegen und in einzelnen ausgesuchten Bereichen das Optimierungspotenzial zu nutzen. Genau hier setzen wir jetzt mit dem Dialogverfahren an. Wenn man so will, entlassen wir die Arbeitgeber in die „familienbewusste Selbständigkeit“ und geben ihnen zum Qualitätserhalt ihres Engagements das Dialogverfahren an die Hand, in dem wir selbstverständlich als Berater weiterhin an ihrer Seite sind. So können sie sicherstellen – gerade auch in Zeiten des Changemanagement – in Sachen Vereinbarkeit am Ball zu bleiben und deren betriebswirtschaftliche Effekte nutzen zu können: geringere Krankheitsquoten, geringere Fehlzeiten usw.

Was ändert sich denn im Vergleich zum bisherigen audit-Prozess und wie sieht das Dialogverfahren aus?

In dem mehrstufigen audit-Verfahren folgen nach der ersten Auditierung wie bisher auch im dreijährigen Turnus zwei Re-Auditierungen. Daran schließt sich jetzt das Dialogverfahren an. Vorher gab es das Sicherungsverfahren, das so oft wie gewünscht wiederholt werden konnte und eine umfangreichere Re-Auditierung darstellte.

Oliver Schmitz, Geschäfstführer der berufundfamilie Service GmbH,
informiert über das Dialogverfahren. (©berufundfamilie Service GmbH)
Im Rahmen des Dialogverfahrens, das also erstmalig nach der Zusammenarbeit von neun Jahren angewendet werden kann, wird dem Arbeitgeber die eigenverantwortliche Steuerung und Gestaltung der Vereinbarkeit überlassen – und das in schlanker und zugleich bedarfsgerechter Form: Das Dialogverfahren besteht u. a. aus der Erfassung der Informationen zur Organisation, ihrer Strukturdaten und Kennzahlen und der Durchführung eines Dialogtags, dessen Format in Absprache mit der Auditorin bzw. dem Auditor individuell wählbar ist. In einem Handlungsprogramm werden die selbst definierten Aufgaben dokumentiert.

Das Dialogverfahren ist in Kooperation mit auditierten Unternehmen, Institutionen und Hochschulen entwickelt worden. Diesen Dialog, der daraus entstanden ist, möchten wir beibehalten und im engen Kontakt bleiben, um hier weitere Angebote zu entwickeln die auch für sehr erfahrene Arbeitgeber attraktiv sind und weiterhin Mehrwerte schaffen.

Dienstag, 17. Januar 2017

Die große Pflegereform 2016/2017: Die 10 wichtigsten Neuerungen

Gastbeitrag von Christian Hener, Careship

Mit den Pflegestärkungsgesetzen hat die Bundesregierung die größte Pflegereform seit der
Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 verabschiedet. Das Ziel des Vorhabens ist die
Verbesserung der pflegerischen Versorgung für die Bevölkerung. Seit dem 01.01.2017 sind
einige grundlegende Neuerungen in Kraft getreten. Um einen ersten Überblick zu den anstehenden
Veränderungen erhalten zu können, hat Ihnen Careship die 10 wichtigsten Punkte zusammengestellt.

© Care Companion GmbH
  1. Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff: Verbesserter Leistungszugang für Menschen mit Demenz
    Es wurde ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt, der insbesondere Personen mit kognitiven Gesundheitseinschränkungen (z.B. Menschen mit Demenz) besser berücksichtigen soll. Hierdurch wird beabsichtigt einen gerechteren Leistungszugang zu schaffen.
     
  2. Neues Begutachtungsverfahren: Umfassendere Beurteilung von Pflegebedürftigkeit
    Damit ist ebenfalls die Einführung des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) verbunden, mit dem die Anspruchsvoraussetzungen für die Leistungen der Pflegeversicherung auf eine neue pflegefachliche Grundlage gestellt werden sollen.
     
  3. 5 Pflegegrade statt 3 Pflegestufen
    Hierdurch verändert sich die Systematik zur Beurteilung des Schweregrades der Pflegebedürftigkeit. Die bisherigen Pflegestufen („0“, 1, 2, 3 und „3+“) werden in Pflegegrade (1, 2, 3, 4, 5) überführt, wobei ein echter Leistungsanspruch (Pflegesachleistung, Pflegegeld, Verhinderungspflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege, stationäre Pflege) erst ab dem Pflegegrad 2 besteht.
     
  4. Ambulant: Die Leistungsbeträge bleiben annähernd gleich
    Diese Neuerungen wirken sich ebenfalls auf den Umfang des Leistungsanspruches aus, wobei die jeweiligen Beträge der Pflegesachleistung und des Pflegegeldes größtenteils der Summe der jeweiligen Pflegestufe in Kombination mit erheblichen Einschränkungen in der Alltagskompetenz entsprechen.
     
  5. Stationär: Ein einheitlicher Eigenanteil für alle Pflegegrade
    Anders stellt sich dies jedoch für die stationäre Pflege dar, denn hier wurden die Leistungsbeträge komplett neu gestaffelt. Darüber hinaus gibt es zukünftig einen einheitlichen Eigenanteil, der für alle Pflegegrade gleichermaßen gilt. Damit entfällt der bisherige Anstieg des Eigenanteils mit zunehmender Pflegebedürftigkeit, wodurch der Angst vor einer Höherstufung entgegengewirkt werden soll.
     
  6. Bereits begutachtete Personen haben einen Bestandschutz
    Die Reform wird von umfangreichen Übergangsregelungen begleitet. Hilfe- und pflegebedürftige Menschen, die bereits Leistungen der Pflegeversicherung beziehen und eine Pflegestufe zugewiesen bekommen haben, wurden automatisch in einen Pflegegrad überführt. Menschen mit einer Pflegestufe wurden in den nächst höheren Pflegegrad übergeleitet (z.B. von Pflegestufe 1 zu Pflegegrad 2). Personen, die erhebliche Einschränkungen in der Alltagskompetenz aufweisen (z.B. Menschen mit Demenz), vollziehen einen sogenannten Doppelsprung (z.B. von „Pflegestufe 0“ zu Pflegegrad 2). Hinsichtlich des Leistungsumfangs gilt jedoch der Grundsatz, dass niemand schlechter gestellt werden darf als es bisher der Fall ist.
     
  7. Für neu zu begutachtende Personen greift das neue Verfahren seit 01.01.2017
    Hilfe- und pflegebedürftige Menschen, die bisher noch keine Leistungen der
    Pflegeversicherung bezogen haben und denen weiterhin keine Pflegestufe zugewiesen wurde,
    werden seit 01.01.2017 - bei einem Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung - nach dem neuen Verfahren begutachtet.
     
  8. Betreuung wird fester Bestandteil der Pflegeversicherung
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Aufnahme der Betreuung als festen Bestandteil innerhalb der Leistungen der Pflegeversicherung. Bisher waren hierunter ausschließlich die Grundpflege und die Hauswirtschaft aufgeführt. Letztere erfahren darüber hinaus eine redaktionelle
    Umbenennung in körperbezogene Pflegemaßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung.
     
  9. Rechtsanspruch auf Pflegeberatung und Pflegeschulung
    Darüber hinaus wurden die Pflegeberatung und die Pflegeschulungen ausgebaut. Sie müssen nun verpflichtend von den Pflegekassen sichergestellt werden, und auf Wunsch der betroffenen
    Personen auch in der Häuslichkeit vor Ort durchgeführt werden. Auf diese Leistungen haben bereits Personen mit einem Pflegegrad 1 einen Anspruch.
     
  10. Stärkung von Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige
    Es wurden außerdem die Regelungen der Entlastungsangebote für pflegende Angehörige besser gefasst, insbesondere im Zusammenhang mit den nach Landesrecht zugelassenen niedrigschwelligen Angeboten. Diese unterliegen jedoch landesrechtlichen Regelungen, weshalb die strukturelle Ausgestaltung von Bundesland zu Bundesland variiert.

Über Careship
Careship bietet maßgeschneiderte Dienstleistungen an, von Betreuungs- und Begleitdiensten bis hin
zu haushaltsnahen Dienstleistungen. Damit möchte das Unternehmen Menschen mit
körperlichen oder kognitiven Gesundheitseinschränkungen ein reichhaltiges,
selbstbestimmtes und sozial eingebundenes Leben ermöglichen, während Angehörige
Entlastung erfahren, um neue Kraft zu schöpfen. Careships erklärtes Ziel ist es die Lebensqualität
und das Wohlbefinden von Menschen mit einem Hilfe- und Pflegebedarf zu steigern, und die
Teilhabe am Sozialleben zu verbessern. Lebensfreude, Qualität und Individualität stehen dabei an
höchster Stelle.

Careships Homepage klärt ausführlich über die wichtigsten Änderungen auf und berichtet in
einem wöchentlichen Blog über die wichtigsten Geschehnisse in Sachen Pflege und Betreuung.
Zudem informieren die Mitarbeiter von Careship Sie gerne persönlich und kostenfrei über Ihre
individuellen Ansprüche.

Rufen Sie kostenfrei aus ganz Deutschland an unter:
0800 220 128 02
Weitere Information finden Sie unter:
www.careship.de

© 2016 • Care Companion GmbH

Donnerstag, 12. Januar 2017

Vereinbarkeit zahlt sich aus! oder Wie der Vorstand zu überzeugen ist

Gastbeitrag 
Elena de Graat, Auditorin der berufundfamilie Service GmbH


Sie kennen Sie sicherlich, die immer wiederkehrende Frage nach dem Return of Investment (ROI). Die macht auch vor der familienbewussten Personalpolitik keinen Halt. Die gute Nachricht: Der ROI familienbewusster Angebote kann unternehmensspezifisch jederzeit ermittelt werden. Und mit einer klugen Analyse einiger relevanter Daten kann die Einführung der Maßnahmen für ein Unternehmen sowohl passgenau als auch rentabel gestaltet werden.

Ein Anruf und seine rentablen Folgen

2004 rief mich mitten im Sommer die Mitarbeiterin der Personalabteilung der MVV Energie AG (Mannheim) an: „Können Sie mir dabei helfen herauszufinden, ob und wenn ja welche familienorientierten Maßnahmen zur Personalpolitik unseres Unternehmens passen – und ob sich das rechnet?“

Da ich kurz zuvor mit 10 Unternehmen in einem EU-Projekt in Trägerschaft des berufundfamilie gGmbH genau die Kosten-Nutzen-Frage im Detail ausgearbeitet hatte, war ich sehr gespannt. Das war die Chance auf den ersten Kosten-Nutzen- UND Vorher-Nachher-Vergleich. Anders gesagt, die Realitäts-Probe auf so viele gute Exempel und Nach-Rechnungen.

Dafür haben wir uns familienrelevante Daten und betriebswirtschaftlich wünschenswerte Veränderungen angesehen. Die aus Forschung und Erfahrung bereits bekannten Wirkungszusammenhänge gingen in die weiteren Berechnungen ein, aus denen das Projektbudget in Relation zu den möglichen Effekten von personalpolitischen Angeboten der Vereinbarkeitsunterstützung kalkuliert wurde. Wir stellten mutig eine Rendite von 25 % in Aussicht.

Perspektivwechsel: Von den – möglichst gering zu haltenden – Personalkosten hin zur Pflege des – wertvollen – Humankapitals

Das Budget wurde bei dem Energieversorgungsunternehmen MVV bewilligt und das schrittweise – auch nach Bedarf und unter Beteiligung von Beschäftigten – realisierte Gesamtpaket auf den betriebswirtschaftlichen Prüfstand gestellt.

Zusammengestellt haben wir nach 2 Jahren dabei zunächst die tatsächlich entstandenen Einrichtungs- und Betriebskosten
  • der Unterstützung einer Elterninitiative,
  • der Tagesmüttervermittlung durch das Stadtjugendamt,
  • des Eltern-Kind-Arbeitszimmers,
  • der Schulferienbetreuung in Kooperation mit einem Sportverein,
  • des Links zu „Regionalen Kinderbetreuungsmöglichkeiten,
  • der Intranet-Informationen sowie
  • der Projekt-Koordination.

Dem wurden die Einsparungen gegenübergestellt, u. a.
  • den vermiedenen Ausfalltagen bei Nutzung des Eltern-Kind-Arbeitszimmers und der einer Ferienbetreuung,
  • den eingesparten Überbrückungs-, Wiedereinarbeitungs- und Qualifizierungskosten bei Inanspruchnahme eines Platzes in der Elterninitiative sowie
  • dem Wert der zahlreichen sehr positiven redaktionellen Berichterstattungen über das familienorientierte Engagement des Unternehmens.

Bei der MVV Energie AG war die zugesicherte 25 prozentige Rendite-Quote bereits 2006 erreicht – und 2007 waren für jeden eingesetzten Euro 3 gespart.

Nun vollkommen überzeugt rundete die MVV-Energie AG ihre Aktivitäten 2008 mit ihrem ersten audit berufundfamilie ab.

Erst auditiert, dann Wirtschaftlichkeit bestätigt

Den umgekehrten Weg gingen Vodafone und der TÜV SÜD. Beide ließen sich 2008 zuerst auditieren und überprüften dann die Wirtschaftlichkeit der so entwickelten und umgesetzten Angebote – mit ausgezeichneten Ergebnissen.

Vodafone konnte 2010 belegen, dass sich seine Investitionen in familienunterstützende Angebote mit einer Rendite von rund 33 % auszahlen – überprüft von Financial Controlling mit einem Vodafone Standard Business Case. Zudem hat eine interne Untersuchung ergeben, dass bei Führungskräften, die auch die familiären Belange ihrer Mitarbeitenden wertschätzen, die Mitarbeitenden ein um den Faktor 4 höheres Engagement für das Unternehmen aufweisen.

Der TÜV SÜD hat zuerst 2013 und erneut erst kürzlich in 2016 nachgerechnet und dabei eine Rendite von deutlich über 30 % ermitteln können. Auch hier haben kritische Controller die Detailliertheit der Erhebung und Berechnung genau angesehen.

Online kostenlos rantasten: Berechnungsinstrument

Für einen ersten Eindruck können Unternehmen aller Größen und Branchen ihre spezifischen Belegschaftsdaten in ein kostenloses und online verfügbares Berechnungsinstrument eintragen. Sie erhalten in diesem Instrument in einem ersten Datenblatt auf Basis
  • des Mikrozensus annähernde Werte zur Anzahl der Beschäftigten mit Kindern unter 15 für die diese beschäftigten Eltern eine zeitlich intensivere Sorge zu tragen haben und
  • der bundesdeutschen Pflegestatistik eine Orientierung zur Anzahl an Beschäftigten mit versorgungsbedürftigen älteren Angehörigen.

Auch die Kosten der Wiederbesetzung einer ganz konkreten Stelle kann hiermit ermittelt werden. Auf weiteren Datenblättern kann ersehen werden, bei welcher Investition bzw. welchem Kostenrahmen und einer entsprechenden Inanspruchnahme sich ein konkretes betriebliches Angebot rechnet. Ein praktisches, wenig aufwändiges Instrument zur Vorabermittlung des zu erwartenden Break Even Point einiger spezifischer familienbewusster Angebote.

Hier geht es zu dem Instrument



Weitere Informationen zur familienbewussten Personalpolitik bzw. Vereinbarkeitsrendite

http://www.berufundfamilie.de/arbeitgeberattraktivitaet/employer-branding

http://www.berufundfamilie.de/auditierung-unternehmen-institutionen-hochschule/nutzen-audit-zertifikat-arbeitgeberattraktivitaet

und http://www.work-and-life.de/audit-beruf-und-familie.html



Elena de Graat hat das audit berufundfamilie Mitte der 90er Jahre mitentwickelt. Sie ist Auditorin für die berufundfamilie Service GmbH und beschäftigt sich seit rund 15 Jahren mit der Berechnung von Kosten und Nutzen familienorientierter Maßnahmen. Sie ist zudem, Resilienz- und ZRM-Trainerin, Therapeutin und Coach.

(©work & life, Elena de Graat)



Donnerstag, 5. Januar 2017

Mit Vorsatz: Mehr Zeit für Familie und Freunde in 2017


Neues Jahr, neues Glück und der ewige Versuch, selbst ernannten Vorsätzen nachzukommen. Immerhin 37 % der Deutschen haben laut einer Umfrage von YouGov und Statista Vorsätze für das Jahr 2017.[1] Für 60 % kann alles beim Alten bleiben und 3 % sind noch unsicher, was gute Vorsätze angeht. 1.099 Deutsche ab 18 Jahren gaben zu ihren Vorsätzen zwischen dem 16. und 20. Dezember 2016 Auskunft.

Hier die Top 8 der Vorsätze für 2017

Auf Platz 1 der Klassiker: 50 % der Deutschen planen, in 2017 mehr Sport zu treiben. Die kalorienreiche Adventszeit spielt hier sicherlich immer wieder eine motivierende Rolle.

Und damit wären wir auch schon auf Platz 2 der Rangliste: 46 % der Befragten möchten in 2017 an Körpergewicht verlieren.

Vielleicht hilft dabei der Vorsatz, der es auf Platz 3 geschafft hat: 41 % der Deutschen haben sich eine gesündere Ernährung zum Ziel gesetzt.

27 % der Befragten haben mit Platz 4 die Finanzen im Blick: Sie nehmen sich vor, im Jahr 2017 weniger Geld auszugeben bzw. sparsamer zu sein.

Zeit für Privates


Ein guter Vorsatz: Mehr Zeit mit der Familie verbringen (©berufundfamilie gGmbH)
Für mehr als ein Fünftel der Deutschen – nämlich 22 % – steht mehr Zeit mit der Familie auf dem Programm. Dieser Vorsatz rangiert auf Platz 5, gefolgt von dem Vorhaben, mehr Zeit mit den Freunden zu verbringen. Freunde stehen auf Platz bei 18 % hoch im Kurs. 40 % der Befragten möchten demnach mehr Zeit in persönliche private Kontakte und Erlebnisse mit Family and Friends investieren. Eine gute Voraussetzung für das Gelingen: Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben.

Die letzten Plätze richten sich gegen altbekannte Laster: Auf Platz 7 steht der Vorsatz, das Rauchen aufzugeben. 13 % haben sich dies vorgenommen. Gerade mal 11 % möchten weniger Alkohol konsumieren – Platz 8 der Neujahrsvorsätze 2017.


Die berufundfamilie Service GmbH wünscht ein gelingendes 2017 – ob nun mit oder ohne Vorsätze.


[1] https://de.statista.com/infografik/7335/neujahrsvorsaetze-der-deutschen-fuer-2017/

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Entscheide dich endlich

Der 31. Dezember ist nicht nur der letzte Tag im Jahr, er ist auch der weltweite Entscheide-dich-endlich-Tag. Wer die Entscheidung getroffen hat, den Entscheide-dich-endlich-Tag ins Leben zu rufen, ist unbekannt. Bekannt ist aber immerhin die Intention: Mit bislang nicht getroffenen Entscheidungen soll zum Jahresende abgeschlossen werden, um ohne offene Fragen ins neue Jahr starten zu können. Letztendlich geht es darum, sich mit der Entscheidung im Rücken auf die Verfolgung eines Ziels konzentrieren zu können.[1]

Nicht Entweder-Oder sondern Und


Eine Entscheidung zu treffen heißt oft auch, zwischen Optionen zu wählen. Das wäre dann die klassische Entweder-Oder-Entscheidung. Genau diese können wir in diesen Szenarien antreffen:

Junges Paar in der Rush-hour des Lebens und damit mitten in der Karriere- und Familienplanung.

Erfahrener Mitarbeiter, dessen Vater pflegebedürftig wird.

Wie sollen sie sich entscheiden? Entweder für den Beruf und gegen ein Kind bzw. die persönliche Pflege des Vaters? Oder sollte ein Partner die Erwerbstätigkeit aufgeben, um sich um das Kind kümmern zu können?

Ein Entweder-Oder ist oft allein aus finanziellen Gründen nicht möglich. Eine komplette Aufgabe der Erwerbstätigkeit ist in den seltensten Fällen machbar. Die Existenz will schließlich gesichert sein. Eine Berufstätigkeit ist zudem Teil der Selbstbestimmung und vielen wichtig für ihr Selbstwertgefühl. Dennoch: Die privaten Aufgaben und Wünsche sind vorhanden und können und sollen nicht klein geredet werden.



Entscheidung für Beruf und Familie (©berufundfamilie gGmbH)


Es muss also ein Und in der Beruf-Familie-Entscheidung geben. Zeitgemäßer ist ein „Beruf und Familie“ und damit die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Diese kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Nicht bei Jeder/ Jedem sieht die Vereinbarkeit gleich aus. Eine Und-Entscheidung setzt Ausgestaltungsspielraum voraus.




Das individuelle Und


Warum? Entscheidungen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben basieren auf variablen Umständen: Zu diesen zählen das Geschlecht der Beschäftigten, das Lebensalter, die berufliche Phase und auch die familiären Umstände. Aber mehr noch: Einen entscheidenden Einfluss nimmt der individuelle Lebensentwurf der/ des Beschäftigten.[2]

Diese beiden Personen werden vermutlich unterschiedliche Vorstellungen von ihrer persönlichen Vereinbarkeit haben:

Die verheiratete 50-jährige Mitarbeiterin, die einen hohen Wunsch nach beruflicher Sicherheit hat, deren Kinder aus dem Haus sind und deren Mutter bei ihr lebt. Sie könnten Möglichkeiten zur Flexibilisierung des Arbeitsorts besonders ansprechen.

Die 28-jährige Beschäftigte ohne familiäre Aufgaben, die auf ihre Selbstverwirklichung im Beruf fokussiert ist. Sie lebt in einer Fernbeziehung und wünscht sich daher längere Urlaube. Für sie könnte ein Arbeitszeitkonto besonders interessant sein.


Halten wir fest: Vereinbarkeit ist eine individuelle Entscheidung für Beruf und Familie. Entscheiden wir uns also für das Und.



[1] Vgl. http://www.kleiner-kalender.de/event/entscheide-dich-endlich-tag/60122.html [2] http://www.berufundfamilie.de/arbeitgeberattraktivitaet/lebensentwuerfe-personalpolitik, http://vereinbarkeit2020.berufundfamilie.de/

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Alles eine Zeitfrage!


Koordination von Beruf und Privatleben - alles eine Zeitfrage
(©berufundfamilie Service GmbH)


Weihnachtszeit
– Zeit der Besinnlichkeit, Zeit der Einkehr, Zeit für Familie und Freunde
Aber haben wir eigentlich Zeit? Oder nehmen wir sie uns einfach nicht? Oder machen wir etwas falsch?

Viele Menschen empfinden gerade zu Weihnachten Zeitmangel – ein Mangel, der sich in Stress ausdrückt. Im Extremfall kann dieser negative Folgen für die Gesundheit haben. Laut einer Studie der DAK aus dem Jahr 2013 verzeichneten Krankenhäuser zwischen 2009 und 2012 an den einzelnen Weihnachtstagen jeweils 40 Einweisungen wegen Herzinfarkt. Außerhalb der Weihnachtstage waren es sonst täglich durchschnittlich 30 Herzinfarktbedingte Einweisungen.[1]

Hausgemachter Zeitmangel


Tatsächlich fühlt sich so mancher angesichts der Vielzahl an Aufgaben unter Druck gesetzt: Geschenke müssen eingekauft, verpackt und gegebenenfalls verschickt werden. Die Wohnung muss weihnachtlich hergerichtet werden, wenn es geht, inklusive dekoriertem Tannenbaum. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass 50 % der Männer bis zu 2 Stunden und 37 % sogar über 4 Stunden an Weihnachten in die Innen- und Außendekoration investieren. 2 Stunden reichen nur 32 % der Frauen für die Deko aus. 28 % der Frauen verbringen mit der Verschönerung zwischen 2 und 4 Stunden und 41 % mehr als 4 Stunden.[2]

Zu klären ist auch noch, wann welche Verwandten und Freunde besucht werden bzw. bewirtet werden können. Und das führt dann unweigerlich zu der leidigen Frage nach dem allseits zufriedenstellendem Weihnachtsessen. So sieht sie halt aus, die private von To-Do-Liste von Perfektionisten. Das möchte man manchmal unken und erliegt doch selbst der Maschinerie, möglichst viel in wenig Zeit zu erledigen.

Beruflicher Jahresendspurt


Und dabei ist das nur die Seite des Privatlebens. Nicht zu unterschätzen ist der Aufgabenberg, der spannenderweise im Berufsleben immer wieder zum Jahresende anwächst. Da wollen nicht nur Projekte bis zum 31. Dezember abgeschlossen, sondern andere zum Beginn des kommenden Jahres angeschoben bzw. vorbereitet sein.

In der Parallelität der Aufgaben ist wohl der eigentliche Stressfaktor zu sehen. Das lässt sich kommentieren mit dem zum Gähnen animierenden Satz „Also, eins nach dem anderen.“ Oder ketzerischer: „Kann man alles planen. Schließlich ist ja lange genug bekannt, wann Weihnachten ist.“

Zeitnahme


Sind wir dann irgendwann – vielleicht sogar während der Feiertage – nicht völlig ausgelastet, belegen wir unsere Zeit mit Ersatzaufgaben.

Untersucht wurde, dass z. B. jeder Internetuser während der arbeitsfreien Weihnachtszeit durchschnittlich drei statt 2 Minuten auf Webseiten verbringt und zudem mehr Online-Videos ansieht. [3]

Dabei möchten wir an den Feiertagen weniger Medien konsumieren. 46 % der Deutschen wollen weniger Zeit vor dem Fernsehgerät verbringen.[4]

Die gewonnene Zeit lässt sich gut für gemeinsame Aktivitäten mit anderen nutzen. 89 % der Eltern würden schließlich gerne mehr Zeit mit ihren Kindern und 84 % mehr Zeit mit der/ dem Partner/in verbringen. Und 86 % der Befragten können sich übrigens gut vorstellen, mehr Zeit für Schlaf aufzubringen.[5]

Lassen Sie uns das Résumé ziehen: Alles hat seine Zeit, aber hoffentlich eine möglichst stressfreie.


[1] Vgl. https://www.dak.de/dak/bundes-themen/Herzinfarkt_am_Heiligabend-1337422.html 
[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2436/umfrage/zeitinvestition-fuer-das-dekorieren-an-weihnachten
[3] Vgl. http://www.ibusiness.de/aktuell/db/087696tk.html
[4] Vgl. http://www.horizont.net/medien/nachrichten/Studie-Jeder-Zweite-will-an-Weihnachten-weniger-fernsehen---angeblich-144431
[5] http://www.bmfsfj.de/mag/redaktion/2016-58/studie-digitalisierung-deutsche-haushalte,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf