Freitag, 2. Dezember 2016

Vereinbarkeit in Zahlen – Heute: A wie „Arbeitsstunden“, Z wie „Zeitreduktion“



Arbeitswelt und Vereinbarkeit: aktuelle Stichwörter und Zahlen
 (©berufundfamilie Service GmbH)

 

 

Arbeitsstunden


41,6 Stunden pro Woche arbeiteten Männer im Jahr 2015 in Deutschland durchschnittlich. Frauen kamen auf 32,6 Stunden.

Etwa 10 % länger arbeiten Männer dabei als vertraglich geregelt. Bei Frauen lag die Mehrarbeit bei 8 %.

Bundesregierung, Regierungsbericht Lebensqualität „Gut leben in Deutschland“, November 2016
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/11/2016-11-14-gut-leben-3-familie-beruf.html
https://www.gut-leben-in-deutschland.de/static/LB/index.html




Familienpflichten


„Wichtig ist – und das glaube ich hilft bei der Findung solcher innovativer Lösungen (für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie) –, dass nicht nur die Mütter im Zentrum stehen, sondern das auch inzwischen durch die Elternzeit zum Beispiel, die auch von Vätern genommen werden kann, bekannt ist, dass auch Väter Familienpflichten haben. Und da glaube ich gehen die Beitriebe heute sehr viel offener heran und nach dem Motto wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, finden viele Unternehmen Lösungen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Vorstellung des Berichts zum Bürgerdialog „Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist“, 26. Oktober 2016
http://www.deutschlandfunk.de/bericht-der-bundesregierung-wie-die-deutschen-leben-wollen.1773.de.html?dram:article_id=369577




Kinderbetreuung


43,9 % der Drei- bis Sechsjährigen erhielten 2015 eine ganztägige Betreuung. Das sind mehr als 20 % gegenüber 2006. Bei den Unter-Dreijährigen nahm die Betreuungsquote um 6,5 auf 18,1 % zu.

Bundesregierung, Regierungsbericht Lebensqualität „Gut leben in Deutschland“, November 2016
https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2016/11/2016-11-14-gut-leben-3-familie-beruf.html
https://www.gut-leben-in-deutschland.de/static/LB/index.html




Lohneinbußen


Mit jedem Monat, den Männer in Teilzeit statt in Vollzeit arbeiten, verringert sich ihr Stundenlohn um durchschnittlich 0,2 %.

WZB, Die Vereinbarkeitsfrage für Männer: Welche Auswirkungen haben Elternzeiten und Teilzeitarbeit auf die Stundenlöhne von Vätern?, November 2016
https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/vaeter-haben-durch-elternzeit-keine-lohneinbussen

https://idw-online.de/de/news664079




Zeitreduktion


Hochqualifizierte und Männer haben häufig Probleme, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren möchten. Als Gründe werden vor allem mangelndes Verständnis von Vorgesetzten und Kollegen, eine rigide Arbeitsorganisation und Personalnot genannt.

Bei den Frauen sind es vor allem Ärztinnen, Polizistinnen und Ingenieurinnen, berichten über Probleme, eine Arbeitszeitreduktion durchzusetzen.

WSI (Hans-Böckler-Stiftung), Arbeitszeitoptionen im Lebensverlauf, August 2016
http://www.boeckler.de/16034_45334.htm

Dienstag, 29. November 2016

Den Hebel umlegen: Von jetzt auf gleich vom Beruflichen ins Private wechseln


Wir haben es bereits getan: Am 17. November haben wir Weihnachten gefeiert. Eine schöne Betriebsfeier war es, im festlichen Rahmen, mit hervorragendem Essen und anschließendem hochkarätigen Showprogramm. Details erspare ich Ihnen. Man will ja keinen Neid erwecken.

Betriebliche Weihnachtsfeier:
Spätestens beim Dessert das Berufliche hinter sich lassen
(©berufundfamilie Service GmbH)
Warum feiern Beschäftigte und Chef/in gemeinsam Weihnachten? „Socializing für ein gutes Betriebsklima“ ist wohl die erste Antwort. Ein gutes Betriebsklima vermissen wir eh nicht. Aber selbstverständlich ist es schön, sich mal in einem anderen Umfeld mit den Kolleginnen und Kollegen auszutauschen – und das vor allem über Privates. Bei uns ist es dann auch egal, wer da neben wem sitzt. Solche Befindlichkeiten kennen wir nicht. Dennoch fällt uns eins auch schwer, wie wir wieder gemerkt haben: Von jetzt auf gleich vom Beruflichen ins Private zu wechseln. Da schwebt dann das eine oder andere Projekt wie ein Damoklesschwert über den Konversationen. Mal eben noch auf dem kurzen Dienstweg den Austausch zu einer Aufgabe. Das ist doch praktisch. Ja, aber auch nicht Sinn der Aktion.

Arbeit und Privates im Hier und Jetzt


Doch genau diese Situation zeigt etwas Wesentliches: Den Hebel zwischen Beruf und Privatleben umzulegen, ist nicht so einfach. Das kennt im Grunde jeder, der einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Zugegeben: Die oder der Eine schafft es besser zwischen den beiden Aufgabenwelten zu wechseln als die oder der Andere. Aber im Hier und Jetzt zu sein, sich einer Sache vollends zu widmen, sich nicht ablenken zu lassen, das ist und bleibt eine Herausforderung. Und die Challenge ist durch die erweiterten technischen Kommunikationsmittel noch größer geworden: Während ich einen Text schreibe, poppen nicht nur ständig Mails auf oder das Telefon klingelt. Intranet- und Skype-Nachrichten fordern gleichzeitig meine Aufmerksamkeit. Und dann gibt’s da ja auch noch die Möglichkeit, mich über das Jobhandy per WhatsApp zu erreichen. Wenn dann noch private Belange hinzukommen, die die Konzentration stören….

Im Privatleben kann es umgekehrt laufen: Na, mal eben zwischen Suppe und Kartoffeln noch die Jobmails checken? Könnte ich dann am Wochenende vielleicht noch die Outline für das Konzept erstellen?

Es ist wie es ist: Berufliche Aufgaben sind da und wollen – meist zu einem bestimmten Termin – bewältigt werden. Da ist dann schon mal Flexibilität angezeigt und das ist auch gut so. Die Aufgabe wird erledigt, wenn es passt. Jede/r, die/ der in ihrem/ seinem Aufgabenfeld ausreichende Erfahrungen hat, kann dann auch bestimmen, ob sie/ er in besonderen Situationen und Phasen nicht über alle Kanäle ansprechbar ist bzw. auf Informationen oder Anfragen nicht umgehend reagiert. Das gilt besonders in dem Raum, den das Privatleben einnimmt. Aber es gilt eben, ein paar Fallen zu umgehen – schon aus Selbstschutz.

Work-Life-Blending? – Zeitfenster für Arbeit und für Privates


In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff Work-Life-Blending. Work-Life-Blending steht für eine stärkere Vermischung von Arbeits- und Privatleben.

Betrachten wir die Arbeitswelt, birgt Work-Life-Blending ein paar Risiken, etwa dass die Arbeitszeit sich letztendlich ausweitet. Dass das „Allzeit-bereit-sein“ zu größerem Stress führt. Eine fehlende Kontrolle kann sogar negative gesundheitliche Folgen haben. Arbeitgeber bzw. Führungskräfte sind allerdings gefordert, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Der Gesetzgeber erlegt den Arbeitgebern eine Fürsorgepflicht auf, die sich ganz konkret im Arbeitsschutzgesetz spiegelt. Demnach ist der Arbeitgeber verpflichtet, „Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten durch Maßnahmen zur menschengerechteren Gestaltung von Arbeit, Arbeitsbedingen und Arbeitsplatz zu sichern.“ Eine nicht immer einfache, sondern oft schwer kontrollierbare Aufgabe – z. B. wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel im Home-Office außerhalb der Kernarbeitszeiten agieren.

Jede/r muss selbst wissen, wie sie/ er mit dem Blending klar kommt. Ich denke: Work und Life brauchen jeweils ihre Zeit, will man richtig dabei sein. Ich bin eher der Typ, der Beruf- und Privatleben ausgewogen gestalten möchte. Aber wenn die betriebliche Weihnachtsfeier bereits unter Work-Life-Blending fällt, dann sei’s drum.

Silke Güttler,
Unternehmenskommunikation

Montag, 28. November 2016

CSR Jobs Award 2016: 11 Arbeitgeber mit Verantwortung ausgezeichnet



Verleihung des CSR Jobs Award 2016 am 24. November 2016 in der Alten Versteigerungshalle in Köln

(©CSR j&c GmbH)
„Hier arbeite ich gerne – mein Wunsch-Arbeitgeber mit Verantwortung“ - unter dieser Leitidee hat das Employer Branding Beratungsunternehmen CSR jobs & companies und Betreiber der Plattform www.csr-jobs.de am 24. November in Köln zum dritten Mal Arbeitgeber mit Verantwortung ausgezeichnet. Kooperationspartner sind das personalmagazin, UNICUM, creditreform und das F.A.Z. Magazin Verantwortung. Ziel des Wettbewerbs CSR Jobs Award ist es, Arbeitgeber mit Verantwortung auszuloben, die mit spannenden Projekten begeistern und eine nachhaltige und innovative Personalpolitik betreiben.

Oliver Schmitz (berufundfamilie Service GmbH) im Gespräch
(©CSR j&c GmbH)
Mit in der Jury: unser Geschäftsführer Oliver Schmitz, der die Qual der Wahl unter den Bewerbern in der Kategorie „Unsere Familienkultur“ hatte. Die Wahl fiel auf die REWE Group.
Neben dem Gewinner in „Unsere Familienkultur“ wurden in zehn weiteren Kategorien Sieger benannt:
Gewinner in der Kategorie "Unsere Familienkultur":
die REWE Group
(©CSR j&c GmbH)
  • Kategorie „Unsere Werte“: TÜV Rheinland
  • Kategorie „Unser Nachwuchs“: Willenbrock
  • Kategorie „Unser soziales und gesellschaftliches Engagement“: Globus
  • Kategorie „Unser Personalmanagement“: E.G.O.
  • Kategorie „Unsere Flüchtlingshilfe: The Ritz-Carlton, Wolfsburg
  • Kategorie „Unsere neue Arbeitswelt“: Lesson Nine GmbH/Babbel
  • Kategorie „Unsere Kooperationen / NGOs“: TUI Group
  • Sonderpreis Social Events: Deutsche Bahn
  • Sonderpreis Ausbildungskonzept: Hotel Estrel Berlin
  • Gewinner Sonderpreis Corporate Volunteering (User-Preis): Deutsche Telekom

Fashion Show mit Arbeitskleidung (©CSR j&c GmbH)
Um Corporate Social Responsibility bzw. Nachhaltigkeit ging es auch im Rahmenporogramm: Jungdesigner der Düsseldorfer Modeschule Design-Department präsentierten im Anschluss an die Preisverleihung im Rahmen einer prominenten Fashion Show neue Looks für fair produzierte Arbeitskleidung. Musikalisch begleitet wurde die Präsentation von Lillo Scrimali und seinem Streichquartett. Einen Gastauftritt hatte dabei der Soul Sänger Fetsum, der gemeinsam mit den fünf Künstlern ein Zeichen für Fairness und Respekt setzt.

Sänger Fetsum (©CSR j&c GmbH)
Weitere Informationen unter www.csr-jobs.de