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Mittwoch, 9. August 2017

Einer für alle – alle für einen: Vereinbarkeits-Trialog macht individualisierte Personalpolitik praxistauglich



Tri-Check machen und gemeinsam zu individuellen Vereinbarkeitslösungen finden (©Death to Stock)

Personalpolitik
, die sich vor individuellen Lösungen scheut, hat mittlerweile eine geringe Halbwertszeit. Warum?: Der Megatrend der Individualisierung hat Einzug in die Personalpolitik gehalten. Und das geht auch an der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben nicht vorbei. Beschäftigte fragen zunehmend mehr passgenaue Vereinbarkeitslösungen nach: Während z.B. ein Mitarbeiter seinen Vorgesetzten um eine stärkere Flexibilisierung der Home-Office-Zeiten bittet, sucht eine Kollegin nach Möglichkeiten, um ihre Arbeitszeit mit den KITA-Öffnungszeiten vereinbaren zu können. Ein anderer Beschäftigter wünscht sich hingegen Unterstützung von seinem Arbeitgeber, da plötzlich ein Pflegefall in seiner Familie eingetreten ist.

Doch jetzt nur standardisierte Lösungen im Rahmen der familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik anzubieten, geht an den Bedarfen vorbei. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nicht nur je nach Lebensphase sondern – wie die Studie Vereinbarkeit 2020 [1] der berufundfamilie Service GmbH zeigt – auch je nach Lebensentwurf unterschiedliche Erwartungen an ihre Vereinbarkeit. Nehmen wir etwa den Pflegefall: Einem Beschäftigten ist es wichtig, die Pflege persönlich zu leisten. Er braucht ein entsprechendes zeitliches Arrangement. Der nächste Mitarbeiter wünscht sich hingegen Unterstützung in Form von Beratungsangeboten zu Pflege oder der Hilfe bei der Suche nach einem Pflegeplatz.

Persönliche, betriebliche und Team-Belange ausbalancieren


Vereinbarkeitslösungen zu finden, bedeutet aber auch nicht allein, den individuellen Anliegen von Beschäftigten zu entsprechen. Die Angebote müssen von allen Beteiligten tragbar und damit tragfähig sein. Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, erläutert: „Wenn ein Beschäftigter beispielsweise seine Arbeitszeit reduzieren möchte, weil er sich stärker um seine pflegebedürftige Mutter kümmern will, stellen sich Fragen nach der Aufgabenbewältigung bzw. -verteilung. Wie kann der Wunsch des Mitarbeiters berücksichtigt werden ohne dabei die Erledigung von Aufgaben zu gefährden? Wie kann dafür gesorgt werden, dass das Team nicht etwa durch Umverteilung von Tätigkeiten überlastet wird?“

Das bedeutet: Zwischen den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiterin/ des Mitarbeiters, den betrieblichen Anforderungen und der Zusammenarbeit im Team muss eine Balance geschaffen werden. Ein Spannungsfeld für Führungskräfte persönlicher, betrieblicher und Team-Belange also!

Vereinbarkeits-Trialog – die Philosophie der berufundfamilie


Den Lösungsansatz bietet der Vereinbarkeits-Trialog – die Philosophie, auf deren Basis die berufundfamilie Service GmbH Unternehmen, Institutionen und Hochschulen berät. Im Vereinbarkeits-Trialog werden Wege und Instrumente zur erfolgreichen Aushandlung von Vereinbarkeitsthemen erarbeitet und implementiert – die Tätigkeit des Beschäftigten und die betrieblichen Erfordernisse im Blick, auf die Belange des Beschäftigten zugeschnitten und auf die Bedarfe des Teams abgestimmt. Aushandlungsprozesse sind dabei der Schlüssel zu einer zukunftsorientierten Personalpolitik. Für den Vereinbarkeits-Trialog, der von den Führungskräften gesteuert wird, ist entscheidend: Beschäftigte und Team werden in die Aushandlungsprozesse eingebunden. Denn nur so lassen sich Lösungen finden, die von allen Beteiligten mitgetragen werden.


Vereinbakeits-Trialog: Erfolgreich Aushandlungsprozesse gestalten
(©berufundfamilie Service GmbH)
Der Vereinbarkeits-Trialog sorgt dafür, dass alle Beteiligten im Umgang mit familien- und lebensphasenbewussten Angeboten und ihren Gestaltungsmöglichkeiten sicherer werden. Führungskräfte finden einen besseren Umgang mit Vereinbarkeitssituationen bzw. individuellen Anliegen ihrer Beschäftigten.

 


Tri-Check – schneller zu Vereinbarkeitslösungen


Führungskräfte, die eine konkrete Unterstützung für die Gestaltung von Aushandlungsprozessen suchen, erhalten diese mit dem Tri-Check. Das umfassende und passgenaue Beratungsangebot zum lösungsorientierten Umgang mit individuellen Vereinbarkeitsthemen, das in Kooperation mit der AOK Hessen entwickelt wurde, wird individuell für Arbeitgeber erstellt – auf das spezielle Vereinbarkeitsthema zugeschnitten und das unter Berücksichtigung der betriebsspezifischen Bedingungen. Bestehend aus Handlungshilfe für die Führungskraft und Checklisten führt er zur gezielten Vorbereitung von Gesprächen, Analyse von Anliegen, Lösungsfindung sowie Reflexion von Lösungsgesprächen und -prozessen.

Karlheinz Löw, Direktor Personal-und Ressourcenmanagement der AOK Hessen, erläutert: „Wir erleben, dass die Anforderungen an die Vereinbarkeit vielfältiger und individueller werden. Gleichzeitig bietet die Digitalisierung weitere Flexibilisierungschancen. Wenn aber alle Vereinbarkeit und mehr Flexibilität wollen, müssen Führungskräfte die Erwartungen aller Seiten managen können. Passgenaue individuelle Lösungen zu finden und auch die Belange des Teams und der Kundinnen und Kunden zu beachten, funktioniert nur im gemeinsamen Dialog. Mit der Handlungshilfe haben wir nicht nur ein Unterstützungstool dafür erarbeitet, sondern vermitteln auch, wie wir als Arbeitgeber dieses Thema verstehen wollen. Die positive Resonanz der Führungskräfte zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“

In der Handlungshilfe sind die relevanten organisationsspezifischen Hintergrundinformationen zusammengetragen, die bei der Ausgestaltung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit zu berücksichtigen sind (z. B. Dienstvereinbarung). Gepaart werden diese in der Handlungshilfe mit Praxistipps zur Gestaltung einer erfolgreichen Gesprächsführung. Führungskraft und Mitarbeiter/in erhalten jeweils eine Checkliste, die konkrete Fragen aus der jeweiligen Perspektive enthält, über die schnell Lösungen zu individuellen Anliegen der Vereinbarkeit gefunden werden. Zusätzlich kann eine Checkliste für das Teamgespräch erstellt werden.

Interesse am Tri-Check? Information und Beratung unter:
Telefon 069 7171333-170
akademie@berufundfamilie.de




[1] Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Hochschule Ludwigshafen in Zusammenarbeit mit der berufundfamilie Service GmbH, Vereinbarkeit 2020 – Von Lebensentwürfen zur individualisierten Personalpolitik, 2015, http://www.berufundfamilie.de/index.php/arbeitgeberattraktivitaet/lebensentwuerfe-personalpolitik

Mittwoch, 7. September 2016

Bundesweit erste Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Jetzt 134 hessische Arbeitgeber an Bord


Gestern (06.09.2016) fand zum vierten Mal die feierliche Überreichung der Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen statt. Was das bedeutet? Arbeitgeber, die sich zu einer pflegebewussten Arbeitswelt bekennen, machen dies mit der Unterzeichnung der 2013 von der hessischen Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ ins Leben gerufenen Charta deutlich. Von 11 Erstunterzeichnern ist die Charta-Familie inzwischen auf 134 Mitgliedsunternehmen angewachsen. Damit können mehr als 300.000 Beschäftigte in Hessen profitieren.

38 hessische Arbeitgeber konnten am 6. September 2016 aus den Händen von Sozialminister Stefan Grüttner die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege entgegennehmen (©berufundfamilie Service GmbH)

Lösungen für pflegende Beschäftigte

Die Charta erhielten die 38 Neuunterzeichner im Haus der Wirtschaft Hessen, Frankfurt, aus den Händen von Hessens Sozialminister Stefan Grüttner. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration zählt neben der AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen, der berufundfamilie Service GmbH und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. zu den Initiatoren der Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“.

Die Charta für den Familien-Friseur
TRENDcutter aus Melsungen
(©berufundfamilie Service GmbH)
Die Chartaunterzeichner bilden die breite Palette der Arbeitgeber in Hessen ab: Von Kleinstbetrieben bis größeren Unternehmen und vom Friseur bis zum Amtsgericht ist vieles dabei. Als 100. Arbeitsgeber hat beispielsweise der Familienbetrieb TRENDcutter aus Melsungen die Charta unterzeichnet. Und mit der jetzigen Chartaüberreichung sind der erste Caritasverband sowie alle Handwerkskammern Hessens dabei.

Die Initiative möchte nicht nur eine breite Öffentlichkeit für das Thema „pflegebewusste Personalpolitik“ sensibilisieren, sondern bietet auch konkrete Unterstützungsmaßnahmen an: Kompetenztrainings für betroffene Beschäftigte, Netzwerkveranstaltungen zum Austausch über Ansätze guter Praxis, ein Webportal unter www.berufundpflege.hessen.de mit allen relevanten Informationen für Unternehmen und Beschäftigte sowie Trainings zum innerbetrieblichen Pflege-Guide.

 



AOK-Hessen hat Schulung der Pflege-Guides Anfang 2016 übernommen

Oliver Schmitz, Geschäftsführer der
berufundfamilie Service GmbH, hieß die Arbeit-
geber im Charta-Netzwerk ebenfalls will-
kommen (©berufundfamilie Service GmbH)
Pflege-Guides stellen in den Betrieben eine wichtige erste Anlaufstelle und Lotsinnen bzw. Lotsen für Kolleginnen und Kollegen dar, die zu Hause die Pflegesituation einer oder eines Angehörigen bewältigen müssen. Rund 120 Beschäftigte ließen sich bereits zum Pflege-Guide ausbilden. Aufgrund des Erfolgs des Projekts hat Minister Grüttner die Qualifizierung als Regelangebot an die AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen übergeben.

„In Hessen sind wir früh angetreten, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu verbessern. Dabei war uns von vornherein wichtig, alle wichtigen Sozialpartner aus Wirtschaft und Gesundheitswesen zu beteiligen. Das zahlt sich heute aus, wenn wir das als Modell gestartete Projekt der Pflege-Guide-Qualifizierung in ein Regelangebot überführen und in die Hände der AOK legen können. Das heißt für mich Nachhaltigkeit“, so Sozialsminister Stefan Grüttner.