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Freitag, 16. Dezember 2016

Von drauß‘ von der Arbeit komm ich her. Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!


Vielfältige Möglichkeiten, z. B. Weihnachtsmarkt
auf dem Betriebsgelände (©berufundfamilie Service GmbH)
Der Schokoweihnachtsmann, die Weihnachtsfeier und vielleicht auch noch das Weihnachtsgeld… Viele Arbeitgeber nehmen Weihnachten zum Anlass, mit kleinen oder größeren Goodies Ihren Beschäftigten gegenüber Ihre Wertschätzung auszudrücken.

Die Adventszeit und das Fest der Familie und Freunde eignen sich zudem bestens für Maßnahmen im Sinne der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Wir haben uns bei Arbeitgebern, die nach dem audit berufundfamilie zertifiziert sind, umgehört und beispielhaft folgende „weihnachtliche“ Aktionen zusammengetragen.

Auch wenn einige Aktivitäten in den Vorjahren stattgefunden haben, beschreiben wir diese hier im Präsenz.

Geld oder Freizeit


Beschäftigte der ERGO Group AG (zertifiziert seit 2009) können ihr Weihnachtsgeld in Freizeit umwandeln und dieses in Tagen oder Stunden oder als Verlängerung der Urlaubszeit nutzen.

Zeit mit Kindern


Der ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern, der seit 2012 zertifiziert ist, veranstaltet am Standort Oberursel seit über 30 Jahren jährlich eine Kinderweihnachtsfeier. Jedes Mitarbeiterkind erhält ein altersgemäßes Weihnachtsgeschenk. Darüber hinaus gibt es auf dem Betriebsgelände ein jährlich wechselndes Weihnachtsprogramm. Die Kinder können hier gemeinsam mit den Eltern den Nachmittag verbringen.

Bei der APRIL Deutschland AG (zertifiziert seit 2008) gibt es einen so genannten Skitag, an dem nicht nur die Beschäftigten, sondern auch deren Partnerinnen und Partner sowie Kinder teilnehmen können.

Der Gesundheit Nord gGmbH Klinikverbund Bremen, der seit 2012 das Zertifikat zum audit berufundfamilie trägt, versüßt dem Mitarbeiternachwuchs die Wartezeit auf das Christkind mit einem Weihnachtstheater.

Andere beschenken

Die in diesem Jahr erstmals zertifizierte Kao Germany GmbH, Guhl Ikebana GmbH und Kao Manufacturing Germany GmbH lässt mit ihrer Christbaumkugel-Aktion überwiegend sozial benachteiligten Kindern der Grundschule in Darmstadt-Eberstadt, Weihnachtsgeschenke zukommen.

Hierzu können die Kinder in den Klassen Christbaumkugeln aus Papier basteln und mit ihrem Wunsch, ihrem Namen und der Angabe zur Klasse versehen. Die Kugeln werden an einen Christbaum in der Kantine gehängt. Jede/r Mitarbeiter/in kann sich eine oder mehrere Kugeln abmachen, das Geschenk kaufen und es dem Charity-Team verpackt übergeben. Das Charity-Team übernimmt dann gemeinsam mit einem Weihnachtsmann kurz vor Weihnachten die Verteilung der Geschenke in der Schule.

Ähnlich angelegt ist die Wunschbaum-Initiative der Abteilung KundenserviceCenter der Kreissparkasse Augsburg (zertifiziert seit 2008). Der Baum wird mit Zetteln behängt, auf denen Wünsche von Kindern des Bunten Kreises – schwerkranke Kinder, die im Krankenhaus betreut werden – notiert sind. Die Beschäftigten wählen Zettel aus und besorgen die Geschenke.


Silke Güttler
Unternehmenskommunikation

Montag, 5. Dezember 2016

Ehrenamt – Beschäftigten früh den Weg ebnen


Zeit für gesellschaftliches Engagement neben der Berufstätigkeit? (©berufundfamilie gGmbH)
Bürgerschaftliches Engagement hilft wirtschaftliches Wachstum, gesellschaftliche Integration, Wohlstand sowie stabile demokratische Strukturen auch für die Zukunft zu erhalten und zu verbessern. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen gewinnt die Förderung und Stärkung der Zivilgesellschaft an Bedeutung, denn die öffentliche Hand wird sich wegen der unumgänglichen Haushaltskonsolidierung auf ihre unabweisbar notwendigen Aufgaben konzentrieren müssen.“ So beginnt der 1. Absatz der Begründung zum Ehrenamtsgesetz, dessen Stärkung 2013 in Kraft trat.[1]

Heute ist Internationaler Tag des Ehrenamts und für uns ein triftiger Grund, uns zu fragen: Warum sollten Arbeitgeber Beschäftigten den Weg ins Ehrenamt ebnen?

14,36 Mio. Menschen sollen sich in Deutschland im Jahr 2016 ehrenamtlich engagiert haben.[2]

Von den Erwerbstätigen sind es 27 %, die sich sozial einbringen. 30 % der berufstätigen Männer und 23 % der berufstätigen Frauen üben eine ehrenamtliche Tätigkeit aus.[3]

Engagement braucht Zeit


Die Rechnung ist einfach: Gesellschaftliches Engagement ist eine Frage der Zeit. Wie eine Umfrage der berufundfamilie ergeben hat, würden drei Viertel der Beschäftigten die durch Arbeitszeitreduzierung gewonnene Zeit im Alter zum Wohle der Familie und der Gesellschaft nutzen. 34 % der Beschäftigten würden ein Ehrenamt annehmen oder dieses weiter ausbauen.[4] 


Mehr Zeit – mehr Ehrenamt: ein zentrales Ergebnis der Umfrage
„Arbeit und Alter – Unternehmens- und Beschäftigtenumfrage“ (©berufundfamilie gGmbH)

Die Praxis zeigt aber auch: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nach gefühlt lebenslanger Berufstätigkeit in den Ruhestand gehen, möchten diesen zunächst auch genießen. Zur Arbeit – und sei es ehrenamtliche Arbeit – möchten viele erst einmal Abstand gewinnen.

Umso wichtiger ist es, erwerbstätigen Menschen schon frühzeitig Möglichkeiten für ein Ehrenamt zu eröffnen. Gehört das Engagement erst einmal zum Leben, wird es auch nach dem Ausscheiden – und ggf. dann erst recht – weiterverfolgt.

Nutzen für den Arbeitgeber


Doch welches Interesse sollten Arbeitgeber daran haben, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Zeit für gesellschaftliches Engagement zu geben?

Da gibt es zum einen den Aspekt der Kompetenzerweiterung. Beschäftigte können sich in der ehrenamtlichen Tätigkeit neues Know-how aneignen, das eventuell gewinnbringend in die Erwerbstätigkeit einfließt. Eine vielseitig erfahrene Persönlichkeit ist immer gut für den Betrieb. Vor allem sind es aber die sozialen Kompetenzen, die sich positiv auf die Teamarbeit auswirken können.

Untersuchungen zeigen zudem, dass Erwerbstätige mit sozialem Engagement glücklicher sind als ihre Zeitgenossen ohne Ehrenamt. Zudem neigen sie weniger zu Depressionen.[5]

Beruflicher Stress kann durch gesellschaftliches Engagement sogar aufgefangen werden, wie eine Studie an der Universität Konstanz zeigt.[6] Demnach können Beschäftigte, die sich neben ihrer Erwerbstätigkeit sozial engagieren, besser vom Berufsalltag abschalten. Der positive Effekt reicht meist auch bis in den nächsten Arbeitstag.




[1] Gesetz Ehrenamt, http://www.ehrenamt-deutschland.org/gesetz/
[2] Vgl. https://de.statista.com/themen/71/ehrenamt/
[3] Vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154275/umfrage/ausuebung-ehrenamtlicher-taetigkeit-durch-berufstaetige/
[4] Unternehmens- und Beschäftigtenumfrage „Arbeit und Alter“ (GfK im Auftrag der berufundfamilie gGmbH, Dezember 2013
[5] Vgl. Ehrenamt: Warum freiwillige Arbeit glücklich macht, Spektrum, 08.05.2014, http://www.spektrum.de/magazin/ehrenamt-warum-freiwillige-arbeit-gluecklich-macht/1281570
[6] Mojza, E. J., Sonnentag, S., & Bornemann, C. (2009, September). Ehrenamtliches Engagement – nicht nur eine wertvolle Freizeiterfahrung. Forschungsreferat auf der 6. Tagung der Fachgruppe Arbeits- und Organisationspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Wien, Österreich

Dienstag, 31. Mai 2016

Vereinbarkeit in Zahlen: Neues aus der Wissenschaft


„Zu viel Zeit auf Studien verwenden ist Faulheit“, meinte einst Francis Bacon. Da sind wir anderer Meinung. Denn Studien – und dabei denken wir jetzt an wissenschaftlich gesteuerte Untersuchungen, Umfragen, Surveys… – sind ein oft arbeitsreicher, aber lohnenswerter Weg, zukunftsweisende Erkenntnisse zu erlangen. Und das auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben.

Zahlen, Daten, Fakten: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beschäftigt auch die Wissenschaft

Deshalb sind wir hier nicht faul und tragen einige Zahlen und Daten aus Studien zusammen, die uns in den letzten Wochen begegnet sind:

Vereinbarkeitshürden


Über 50 % der 30- bis 50-jährigen Frauen begegnen nach eigener Aussage bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie Schwierigkeiten. 15 % empfinden diese als besonders groß.

Bei den Männern sehen 55 % Schwierigkeiten bei der eigenen Vereinbarkeit.

Studie "Mitten im Leben - Wünsche und Lebenswirklichkeiten von Frauen zwischen 30
und 50 Jahren", des BMFSFJ, März 2016
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=223666.html 


Vereinbarkeit für Unternehmerinnen


2/3 aller Arbeitgeberinnen in Deutschland haben Kinder und empfinden die Vereinbarkeit von Familie und Chefposten als gut. Für knapp 40 % ist diese sogar besonders gut vereinbaren.

Weitere 14 % haben sich aufgrund der Selbstständigkeit zur Familiengründung entschlossen.

Unternehmerinnen-Umfrage 2016 des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VDU) und der Deutschen Bank, April 2016
https://www.vdu.de/news/artikel/news/unternehmerinnenumfrage-2016-kinder-sind-kein-handicap-fuer-den-chefposten-1.html


Vereinbarkeitsmangel


Für 73 % der Beschäftigten ist ihr Arbeitgeber nicht familienfreundlich.

36 % der Arbeitgeber haben nicht eine einzige familienunterstützende Maßnahme.

72 % der Arbeitgeber bieten laut ihrer Beschäftigten keine flexiblen Arbeitszeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern an. Lediglich 18 % seien in der Kontaktpflege zu Elternzeitlern aktiv. Nur etwa 10 % der Arbeitgeber böten Unterstützung hinsichtlich der Kinderbetreuung an (Betreuungsmöglichkeiten oder Hilfe bei der Kita-Platz-Suche).

Studie „Jobzufriedenheit 2016“ der ManpowerGroup Deutschland, April 2016
https://www.manpower.de/neuigkeiten/studien-und-research/studie-jobzufriedenheit/


Zeitverwendung


Durchschnittlich 61 Stunden pro Woche wenden Mütter von zwei Kindern, von denen das jüngere noch nicht schulpflichtig ist, für Haushalt und Beruf auf. Für die Kinderbetreuung sind es 17, für die Erwerbsarbeit 15 und für das Pendeln 7 Stunden.

Zeitverwendungserhebung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), April 2016
http://www.bib-demografie.de/DE/Aktuelles/Presse/Archiv/2016/2016_04_gdm_rushhour_des_lebens.html


Stressfaktoren


86 % der Bundesbürger empfinden am Arbeitsplatz Stress. Bei den 18- bis 39-Jährigen ist dies besonders ausgeprägt: 91 % von ihnen fühlen sich im beruflichen Umfeld gestresst.

Top-Stressfaktoren sind ständiger Termindruck (38 %), ein schlechtes Arbeitsklima (37 %) und emotionaler Stress (36 %).

Jeder Dritte sieht in Überstunden eine große Belastung. 3/10 der Befragten fühlen sich durch eine ständige Erreichbarkeit oder Rufbereitschaften auch nach Feierabend gestresst.

Arbeitnehmerbefragung „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“ der pronova BKK, März 2016
http://www.pronovabkk.de/presse/stu-di-en-der-pro-no-va-bkk/studie-betriebliches-gesundheitsmanagement-2016-f18693cc5397bb29#   


Home-Office


Nur 22 % aller in Deutschland Beschäftigten sind überwiegend oder gelegentlich in Heimarbeit tätig. Allerdings könnten 40 % nach eigener Aussage theoretisch im Home-Office tätig sein.

Sozio-ökonomisches Panel (SOEP)/ Fragen zur Heimarbeit, Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Februar 2016
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.526036.de/16-5.pdf


Digitalisierung


67 % der Eltern würden Zeit, die sie durch digitale Hilfsmittel gewinnen können, auf die Familie und Freunde verwenden.

89 % der Eltern wünschen sich mehr Zeit für gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern, 84 % mehr Zeit für partnerschaftliche Zweisamkeit, 76 % mehr Zeit für die eigenen Hobbys oder die persönliche Weiterbildung, 71 % mehr Zeit für mehr Sport und körperliche Fitness. 86 % der Eltern wünschen sich mehr Zeit für Schlaf.

Folgende „Zeitfresser“ beklagen Eltern am häufigsten: wöchentliche Routinetätigkeiten wie Putzen und Aufräumen (73 %), der Weg zur Arbeit (73 %), Arztbesuche (71 %) und Behördengänge (63 %). 25 Stunden pro Woche müssen Eltern durchschnittlich für diese Aufgaben zusammen aufbringen.

Studie „Digitalisierung in deutschen Haushalten. Wie Familien mehr Qualitätszeit gewinnen können“, BMFSFJ, McKinsey und Microsoft, März 2016
http://www.bmfsfj.de/mag/root-mai-24-2016.html
http://www.bmfsfj.de/mag/redaktion/2016-58/studie-digitalisierung-deutsche-haushalte,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf