Posts mit dem Label Arbeitsschutz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Arbeitsschutz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 29. November 2016

Den Hebel umlegen: Von jetzt auf gleich vom Beruflichen ins Private wechseln


Wir haben es bereits getan: Am 17. November haben wir Weihnachten gefeiert. Eine schöne Betriebsfeier war es, im festlichen Rahmen, mit hervorragendem Essen und anschließendem hochkarätigen Showprogramm. Details erspare ich Ihnen. Man will ja keinen Neid erwecken.

Betriebliche Weihnachtsfeier:
Spätestens beim Dessert das Berufliche hinter sich lassen
(©berufundfamilie Service GmbH)
Warum feiern Beschäftigte und Chef/in gemeinsam Weihnachten? „Socializing für ein gutes Betriebsklima“ ist wohl die erste Antwort. Ein gutes Betriebsklima vermissen wir eh nicht. Aber selbstverständlich ist es schön, sich mal in einem anderen Umfeld mit den Kolleginnen und Kollegen auszutauschen – und das vor allem über Privates. Bei uns ist es dann auch egal, wer da neben wem sitzt. Solche Befindlichkeiten kennen wir nicht. Dennoch fällt uns eins auch schwer, wie wir wieder gemerkt haben: Von jetzt auf gleich vom Beruflichen ins Private zu wechseln. Da schwebt dann das eine oder andere Projekt wie ein Damoklesschwert über den Konversationen. Mal eben noch auf dem kurzen Dienstweg den Austausch zu einer Aufgabe. Das ist doch praktisch. Ja, aber auch nicht Sinn der Aktion.

Arbeit und Privates im Hier und Jetzt


Doch genau diese Situation zeigt etwas Wesentliches: Den Hebel zwischen Beruf und Privatleben umzulegen, ist nicht so einfach. Das kennt im Grunde jeder, der einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Zugegeben: Die oder der Eine schafft es besser zwischen den beiden Aufgabenwelten zu wechseln als die oder der Andere. Aber im Hier und Jetzt zu sein, sich einer Sache vollends zu widmen, sich nicht ablenken zu lassen, das ist und bleibt eine Herausforderung. Und die Challenge ist durch die erweiterten technischen Kommunikationsmittel noch größer geworden: Während ich einen Text schreibe, poppen nicht nur ständig Mails auf oder das Telefon klingelt. Intranet- und Skype-Nachrichten fordern gleichzeitig meine Aufmerksamkeit. Und dann gibt’s da ja auch noch die Möglichkeit, mich über das Jobhandy per WhatsApp zu erreichen. Wenn dann noch private Belange hinzukommen, die die Konzentration stören….

Im Privatleben kann es umgekehrt laufen: Na, mal eben zwischen Suppe und Kartoffeln noch die Jobmails checken? Könnte ich dann am Wochenende vielleicht noch die Outline für das Konzept erstellen?

Es ist wie es ist: Berufliche Aufgaben sind da und wollen – meist zu einem bestimmten Termin – bewältigt werden. Da ist dann schon mal Flexibilität angezeigt und das ist auch gut so. Die Aufgabe wird erledigt, wenn es passt. Jede/r, die/ der in ihrem/ seinem Aufgabenfeld ausreichende Erfahrungen hat, kann dann auch bestimmen, ob sie/ er in besonderen Situationen und Phasen nicht über alle Kanäle ansprechbar ist bzw. auf Informationen oder Anfragen nicht umgehend reagiert. Das gilt besonders in dem Raum, den das Privatleben einnimmt. Aber es gilt eben, ein paar Fallen zu umgehen – schon aus Selbstschutz.

Work-Life-Blending? – Zeitfenster für Arbeit und für Privates


In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff Work-Life-Blending. Work-Life-Blending steht für eine stärkere Vermischung von Arbeits- und Privatleben.

Betrachten wir die Arbeitswelt, birgt Work-Life-Blending ein paar Risiken, etwa dass die Arbeitszeit sich letztendlich ausweitet. Dass das „Allzeit-bereit-sein“ zu größerem Stress führt. Eine fehlende Kontrolle kann sogar negative gesundheitliche Folgen haben. Arbeitgeber bzw. Führungskräfte sind allerdings gefordert, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Der Gesetzgeber erlegt den Arbeitgebern eine Fürsorgepflicht auf, die sich ganz konkret im Arbeitsschutzgesetz spiegelt. Demnach ist der Arbeitgeber verpflichtet, „Gesundheit und Wohlbefinden der Beschäftigten durch Maßnahmen zur menschengerechteren Gestaltung von Arbeit, Arbeitsbedingen und Arbeitsplatz zu sichern.“ Eine nicht immer einfache, sondern oft schwer kontrollierbare Aufgabe – z. B. wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viel im Home-Office außerhalb der Kernarbeitszeiten agieren.

Jede/r muss selbst wissen, wie sie/ er mit dem Blending klar kommt. Ich denke: Work und Life brauchen jeweils ihre Zeit, will man richtig dabei sein. Ich bin eher der Typ, der Beruf- und Privatleben ausgewogen gestalten möchte. Aber wenn die betriebliche Weihnachtsfeier bereits unter Work-Life-Blending fällt, dann sei’s drum.

Silke Güttler,
Unternehmenskommunikation