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Dienstag, 13. September 2016

Auf den Hund gekommen?: Gesundheitsmanagement auf vier Pfoten


Amou, 3 Monate alt - und auf dem besten Weg ein Bürohund zu werden?  (©privat)

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist er nicht nur der beste Freund, sondern auch ein vollwertiges Familienmitglied, auf das auch im Berufsleben Rücksicht genommen werden muss: ihr Hund. Eine Studie des sozialen Netzwerks XING hat ergeben, dass mehr als 20 %[1] der Beschäftigten die Forderung stellen, ihren Hund mit zur Arbeitsstelle nehmen zu können.

Kuschelnd zur Win-Win-Situation

Gute Gründe für einen vierbeinigen Gefährten am Arbeitsplatz liefern Wissenschaftler aus der ganzen Welt. So wurde beispielsweise von einer schwedischen Wissenschaftlerin festgestellt, dass das Streicheln eines Hundes dazu führt, dass im Körper das Hormon Oxytocin in großen Mengen ausgeschüttet wird.[2] Dieses „Kuschelhormon“, welches sonst eine wichtige Rolle bei der Bindung zwischen Mutter und Kind spielt, senkt den Blutdruck und die Produktion von Cortisol, einem Stresshormon.

Doch Hunde sind nicht nur in Stresssituationen gefragt. Auch im normalen Büroalltag lassen sich einige Argumente für einen Hund im Büro finden. So sorgt der „Canis lupus familiaris“ für Abwechslung vom Arbeitsalltag und dafür, dass auch mal Pause an der frischen Luft gemacht wird. Der Hund als besondere Form des betrieblichen Gesundheitsmanagements also. Außerdem dient er als Gesprächsbrücke zwischen den Arbeitenden. Des Weiteren wird die Kreativität und Motivation gesteigert.[3] Das wirkt sich auch positiv auf das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Arbeitgeber aus. Wer seinen besten Freund an seine berufliche Wirkungsstätte mitbringen darf, fühlt sich vom Arbeitgeber verstanden und bringt diesem im Gegenzug eine höhere Loyalität entgegen.

Dennoch können die meisten Beschäftigten ihren geliebten Vierbeiner nicht mit an den Arbeitsplatz nehmen. Generell haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedoch keinen Rechtsanspruch darauf. Allerdings lehnen laut XING-Studie ca. 53 % der Arbeitgeber das Mitbringen von Haustieren an den Arbeitsplatz nicht explizit ab. Daher muss immer bei seinem Vorgesetzten, aber auch in dem bereits erwähnten Kollegenkreis um Erlaubnis gebeten werden.

Vereinbarkeitsregeln für vierbeinige Kollegen

Bleiben aber oft noch die Kolleginnen und Kollegen als Hürde. Sie sprechen sich gegen Hunde am Arbeitsplatz oft mit Argumenten aus wie „Der lenkt nur ab.“ oder „Der bellt und beißt nur.“ oder „Die stinken so.“. Vom Gegenteil lassen sich diese vielleicht mit einer guten Sozialisation und Erziehung des Vierbeiners überzeugen. Diese ist für „Bürohunde“ unumgänglich, ebenso wie die Rücksichtnahme auf eventuelle Allergien oder Phobien von Kolleginnen und Kollegen sowie Vorgesetzten.

Von einem Hund im Büro können also sowohl die Beschäftigten, die ihren Gefährten nicht stundenlang alleine lassen müssen, als auch die Arbeitgeber, welche mit der Erlaubnis von Hunden am Arbeitsplatz ihre Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte durchaus steigern können, profitieren. Das Familienmitglied Hund dient damit der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Nicht zuletzt hat es zudem Vorteile für die Tiere, am Arbeitsplatz durch kleine Spielereien gefordert zu werden und nicht den ganzen Tag allein zu Hause zu bleiben.

Viktoria Emig,
Praktikantin der berufundfamilie Service GmbH


[1] https://spielraum.xing.com/2016/02/hunde-als-job-goodies-mein-partner-mit-der-kalten-schnauze/
[2] Handlin, Linda (2010) "Human-Human and Human-Animal Interaction”. SLU Service, Uppsala.
[3] http://bv-bürohund.de/vorteile-von-buerohunden/buerohund-vorteil-fuer-unternehmen