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Dienstag, 23. August 2016

CSR: Verantwortungsvoller Umgang mit der Vereinbarkeit


Corporate Social Responsibility, kurz CSR, wird häufig mit ökologischer Verantwortung produzierender Unternehmen oder auch dem verantwortungsvollen Umgang mit Stakeholdern assoziiert. Dass sich verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln vor allem in den Beziehungen zu den Beschäftigten niederschlägt, zeigt das Forschungsprojekt MitCSR. Die Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht und die Beuth Hochschule für Technik führen das Projekt gemeinsam mit sechs Praxispartnern seit September 2014 durch. Mit dabei ist die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, die seit 2012 das Zertifikat zum audit berufundfamilie trägt, und die Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH, Zertifikatsträger seit 2014.

Die zentrale Fragen: Welche CSR-Bereiche wirken sich besonders positiv auf die Mitarbeiterbindung aus? Welche Aspekte von CSR werden von den Beschäftigten konkret wahrgenommen und wertgeschätzt?

Mitarbeiterbezogene CSR ohne Vereinbarkeit von Beruf und Familie undenkbar

Befragt wurde Vertreter der Unternehmensleitung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier knapp gefasst ein paar zentrale Ergebnisse[1]:

Aus Sicht der Unternehmensleitung hat das Umsetzen von CSR-Maßnahmen stets eine positive Wirkung auf die Mitarbeiterbindung – sei es im Bereich Mitarbeiter (Arbeitssicherheit/ Gesundheit, Work-Life-Balance etc.), Markt (Fairer Wettbewerb, Konsumenten- und Verbraucherschutz etc.), Unternehmensführung (Transparenz nach innen und außen, Kontrollmechanismen etc.), Umwelt (Energieeffizienz, Materialeinsatz etc.) und Gesellschaft (Unternehmerisches Engagement, Ausbildung etc.). Besonders effektiv schätzen die Arbeitgeber allerdings die mitarbeiterbezogenen CSR-Maßnahmen ein, insbesondere Aktivitäten bzgl. der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gesundheitsmanagement und Entwicklungspotenzial/ Qualifikationsmöglichkeiten.

Beschäftigte unterstreichen – erwartungsgemäß – die Einschätzung der Arbeitgeber, dass mitarbeiterbezogene CSR für sie die wichtigste Rolle spielt. Dabei rangiert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf der Wichtigkeitsskala knapp hinter fairen Arbeitsbedingungen/ Bezahlung.


Beschäftigte werden vor allem durch mitarbeiterbezogene CSR-Aktivitäten 
– wie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben – an den 
Arbeitgeber gebunden (©berufundfamilie Service GmbH, Marcel Coker)

Arbeitgeber sind in der Verantwortung, einen Ausgleich zwischen dem wirtschaftlichen Interesse des Betriebs und den Wünschen der Belegschaft zu schaffen. Heutzutage ist die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ein essentielles Bedürfnis für viele Beschäftigte. Und auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist das Fördern der Vereinbarkeit von Interesse. Denn die Wirtschaft in Deutschland wird in Zukunft noch weniger als heute auf das Arbeitskräftepotenzial von Männern wie von Frauen verzichten können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wirtschaft hinsichtlich des Fachkräftemangels zukünftig mehr denn je das Potenzial derer in den Blick nehmen muss, die entweder nicht in der Arbeitswelt aktiv bzw. bereits ausgeschieden sind. CSR in Form einer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik stellt einen wesentlichen Beitrag dazu dar, diese Potenziale zu nutzen. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ist daher eine betriebliche Notwendigkeit und kein Selbstzweck.