Posts mit dem Label Personalpolitik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Personalpolitik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 7. Juni 2017

Glückwunsch zu nachhaltigem Familienbewusstsein! Erteilung des Zertifikats an 109 Arbeitgeber


Auszeichnung für nachhaltiges Familienbewusstsein: das Zertifikat zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte (©berufundfamilie Service GmbH)


Am 31. Mai 2017 wurden 109 Arbeitgeber darüber informiert, dass ihnen das Zertifikat zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule erteilt wurde: 52 Unternehmen, 43 Institutionen und 14 Hochschulen sind in der letzten Zertifizierungsrunde 2016/2017 dabei. In der Zertifikatsverleihung, die am 20. Juni 2017 im KOSMOS in Berlin stattfindet, werden Sie zusammen mit etwa 240 weiteren zertifizierten Arbeitgebern geehrt.

14 der frisch zertifizierten Arbeitgeber haben zum ersten Mal erstmals das audit zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben genutzt und damit das Zertifikat mit der dreijährigen Laufzeit erhalten. 19 Arbeitgeber wurden zum zweiten und 29 zum dritten Mal auditiert. Weitere 31 erhalten das Zertifikat bereits zum vierten, zwölf zum fünften und vier sogar zum sechsten Mal.

42 der jetzt Zertifizierten haben das neue Dialogverfahren erfolgreich durchlaufen und sich damit ein Zertifikat mit dauerhaftem Charakter erarbeitet. Zur Sicherung der Qualität ist es alle drei Jahre mit einem erneuten Dialogverfahren zu bestätigen. Das Dialogverfahren richtet sich an Arbeitgeber, die seit mindestens neun Jahren mit dem audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule einen strategischen Ausbau ihrer Vereinbarkeitspolitik verfolgen.

Hier die Liste der Arbeitgeber, denen am 31. Mai das Zertifikat zum audit erteilt wurde:

Z1 – Erste Zertifizierung
  • Enercon GmbH – Verwaltung
  • Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V.
  • Deutscher Anwaltverein e.V. – Geschäftsstelle Berlin
  • GDMcom Gesellschaft für Dokumentation und Telekommunikation GmbH
  • Jobcenter Flensburg
  • Jobcenter Köln
  • KölnBäder GmbH
  • Kreissparkasse Heilbronn
  • Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG – Zweigniederlassung Süddeutschland
  • Rolls-Royce Power Systems – MTU Onsite Energy GmbH, Augsburg, MTU Onsite Energy Systems GmbH, Ruhstorf, MTU Reman Technologies GmbH, Magdeburg
  • Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
  • Stadt Tuttlingen – Fachbereich Finanzen
  • Sysmex in Deutschland
  • Thomas Magnete GmbH
Z2 – Zweite Zertifizierung
  • 3con Management Consultants GmbH
  • Bayer Vital GmbH
  • DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
  • Edwards Lifesciences Services GmbH – Standort Unterschleißheim
  • Hamburger Hochbahn AG
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
  • Klinikum Nordfriesland gGmbH und Tochtergesellschaften
  • Landesbetrieb HessenForst
  • Leibniz-Institut für Nutztierbiologie
  • Medizinischer Dienst der Krankenversicherung im Freistaat Sachsen e.V.
  • Ministerium der Justiz und für Europa Baden-Württemberg
  • Schleswig-Holsteinischer Landtag (Landtagsverwaltung)
  • Schufa Holding AG
  • Stadt Metzingen
  • Stadtverwaltung Wuppertal – Verwaltung und Eigenbetriebe Gebäudemanagement (GMW) und Kinder- und Jugendwohngruppen (KiJu)
  • SWN Stadtwerke Neumünster Beteiligungen GmbH
  • Verein für psychoanalytische Sozialarbeit Rheinland-Pfalz e.V.
  • Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim eG
  • Zur Rose Pharma GmbH
Z3 – Dritte Zertifizierung
  • Airbus Defence and Space – Friedrichshafen
  • AOK Baden-Württemberg
  • Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung – gesamt, Standorte Berlin und Bonn
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • Das ESW – Evangelisches Siedlungswerk
  • Deutscher Wetterdienst
  • Deutsches Diabetes Zentrum
  • EJOT HOLDING GmbH & Co. KG
  • GASAG AG
  • Grünenthal Pharma GmbH & Co. KG – inkl. Grünenthal GmbH, Stolberg
  • Hochschule Merseburg
  • Infineon Technologies AG
  • Karlsruher Institut für Technologie
  • Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt
  • Kreisverwaltung Gießen – inkl. Servicebetrieb
  • Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V.
  • Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
  • Möbelfolien GmbH Biesenthal
  • Ostdeutscher Sparkassenverband
  • REWE Markt GmbH – Zweigniederlassung Mitte, Verwaltungsstandorte inkl. aller nationalen Bereiche in Rosbach und Hungen
  • REWE Markt GmbH – Zweigniederlassung Nord, Verwaltung Vollsortiment, Standorte Norderstedt und Lehrte
  • SCA in Deutschland
  • Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Berlin
  • Sparkasse Markgräflerland
  • Stiftung caesar
  • Stiftung kreuznacher diakonie – Geschäftsfeld Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
  • Union Investment Gruppe
  • Universität Duisburg-Essen
  • zukunft im zentrum GmbH
Z4 – Vierte Zertifizierung
  • Aareon AG
  • Bayerischer Landtag
  • Bayernwerk AG
  • BLG LOGISTICS GROUP AG & Co. KG
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank
  • envia Mitteldeutsche Energie AG – enviaM, MITNETZ STROM, envia SERVICE
  • Gifhorner Wohnungsbau-Genossenschaft eG
  • GP Grenzach Produktions GmbH
  • HanseWerk AG – HanseWerk AG, Schleswig-Holstein Netz AG, Hamburg Netz GmbH, HanseWerk Natur GmbH
  • Häusliche Krankenpflege Achim und Oyten
  • Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH
  • Hochschule Bochum
  • Hochschule Esslingen
  • Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
  • Klinikum Stuttgart
  • Kreissparkasse Augsburg
  • Kreisstadt Homburg – Verwaltung
  • Kreisverwaltung Altenkirchen
  • Landessparkasse zu Oldenburg
  • Landkreis Northeim – Kernverwaltung
  • Lebenshilfe Delmenhorst und Landkreis Oldenburg e. V. und gemeinnützige GmbH
  • Öffentliche Versicherung Braunschweig – inkl. Öffentliche Facility Management GmbH und Braunschweig IT GmbH
  • Polizei Niedersachsen
  • Sparkasse Mittelthüringen
  • tel-inform customer services GmbH
  • Universität Mannheim
  • Universität zu Lübeck
  • Vodafone in Deutschland
  • Werkstatt Bremen
  • Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG
Z5 – Fünfte Zertifizierung
  • AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen
  • bremenports GmbH & Co. KG
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • DATEV eG
  • Dorint Hotel in Halle (Saale) Betriebs GmbH
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Gambro Dialysatoren GmbH – ein Standort der Baxter International Inc.
  • Hochschule Bremen
  • Hochschule Mainz
  • Knollenborg & Partner
  • Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik
  • Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
Z6 – Sechste Zertifizierung
  • Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.
  • Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover - Hauptverwaltung
  • KfW inklusive der KfW IPEX-Bank GmbH
  • Universität Trier

Informationen zur aktuellen Zertifikatserteilung auch in unserer Pressemitteilung.







Freitag, 26. Mai 2017

Brauchen wir eine NEUE Vereinbarkeit?


Beitrag
Ute Lysk, Auditorin der berufundfamilie Service GmbH


Brauchen wir eine NEUE Vereinbarkeit? Oder ist das alter Wein in neuen Schläuchen? In diesem Blog gehen wir dieser berechtigen Fragen auf den Grund.

NEUE Vereinbarkeit – ja oder nein? (©Death to Stock)


Im Herbst 2015 haben Bundesregierung, die Spitzenverbände der Wirtschaft und DGB das Memorandum „Familie und Arbeitswelt – die NEUE VEREINBARKEIT“ vorgelegt.[1] Anhand von 10 Leitsätzen wird formuliert, wie eine nachhaltige Balance der Arbeits- und Lebenswelten im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen gelingen kann.

Die Autoren des Memorandums definieren es so: „Die NEUE Vereinbarkeit zielt auf die Modernisierung der Arbeitskultur hin zu einer familienbewussten Arbeitszeitgestaltung für Frauen und Männer in verschiedenen Lebensphasen. Sie eröffnet allen Beschäftigten mehr Optionen bei der Arbeits- und Lebensgestaltung. Dabei kommt es darauf an, die Wünsche der Beschäftigten mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen.“


Vom „Gedöns“ zum Wahlkampfthema



Mal wieder alter Wein in neuen Schläuchen? Eine Frage, die ich im vergangenen Jahr – mal unterschwellig mal ganz explizit –zu unterschiedlichen Gelegenheiten von Personal- und Unternehmensverantwortlichen gehört habe.

Ich beantworte diese Frage gerne und überzeugt mit NEIN – aus der Beobachtung von 13 Jahren, die ich inzwischen als Expertin für Familienpolitik und familienbewusste Personalpolitik in der Politik und als Auditorin bei den Arbeitgebern unterwegs bin. In dieser Zeit hat sich viel bewegt – und die Familienpolitik wurde vom „Gedöns“ zum Wahlkampfthema befördert. Aber: Trotz aller unbestrittenen Fortschritte in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft brauchen wir einen echten Qualitätssprung bei der Vereinbarkeit, wenn es darum geht, die Wünsche von Beschäftigten mit betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen.


Vom Problem einzelner Mütter zur neuen gesellschaftlichen Realität



Damals ging es oftmals „nur“ um den Wiedereinstieg von Müttern, der, wenn er dann beim eigenen Arbeitgeber gelang, oftmals so aussah: Teilzeit, vormittags, langweilige Aufgabe, Karriere aus, gelbe Karte in der Kita, wenn es mal 12:15 statt 12 Uhr wird. In den audits der frühen 2000er Jahre haben wir Wiedereinstiegsseminare mit dem Thema „Erste Schritte mit der EDV“ für Frauen, die 10 Jahre beurlaubt waren, konzipiert und über eine Flexibilisierung der in der Regel festen Arbeitszeiten diskutiert, um die Hol- und Bringzeiten in der Kita irgendwie zu erreichen.

Und heute stehen wir vor einer ganz anderen gesellschaftlichen Realität, die sich immer weiter vom klassischen Allein- oder Zuverdienermodell verabschiedet:

Wunschmodell Partnerschaftlichkeit: Drei Viertel der jungen Eltern sind heute der Meinung, beide Partner sollten sich in ihren beruflichen Plänen unterstützen (75 %) und mehr als die Hälfte (57 %) finden es ideal, wenn sich beide Partner die Kinderbetreuung gleich aufteilen.[2]

Wunscharbeitszeit vollzeitnahe Teilzeit: Väter würden gegenüber dem Status quo gerne reduzieren auf etwa 35 Wochenstunden und Mütter gerne aufstocken auf etwa 30 bis 35 Stunden.[3]

Neue Rechtsansprüche und ökonomische Anreize: Schon mehr als jeder dritte Vater nimmt mittlerweile, unterstützt vom Elterngeld, eine Elternzeit. Das ElterngeldPlus schafft durch die Verdopplung der Bezugszeit gerade für Väter neue Anreize, ihre Beteiligung an der Familienarbeit weiter zu erhöhen.

Personaler sehen sich also zum einen mit der neuen „Risikogruppe Väter“ konfrontiert, die ganz selbstverständlich Elternzeit und Teilzeitmodell beanspruchen. Zum anderen brauchen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch zunehmend mehr Männer und Frauen aufgrund der Sorge bzw. Pflege von Angehörigen (zumindest temporär) flexible Arbeitszeiten und ggf. Homeoffice-Lösungen. Und laut „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016“ halten 81,2 % aller Beschäftigten das Thema Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf auch für Beschäftigte ohne Kinder und pflegebedürftige Angehörige – und damit für die gesamte Belegschaft für wichtig.[4]

Vereinbarkeit ist also kein Thema mehr, das mit „kleinen Lösungen“ für ein paar wenige junge Mütter erledigt werden kann, sondern bedeutet einen Kulturwandel in den Unternehmen, der eine nachhaltige Balance der Interessen aller Beteiligten zum Ziel hat.


Eine familienbewusste Unternehmenskultur ist also Schlüsselfaktor für eine NEUE Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es reicht nicht aus, z. B. familienorientierte Arbeitszeitmodelle anzubieten – für die Beschäftigten muss es auch selbstverständlich sein, sie in Anspruch nehmen zu können. Dies gelingt nur, wenn die Unternehmenskultur tatsächlich als familienfreundlich empfunden wird.

Aber der Blick in die Praxis zeigt etwas anderes: Z.B. hätte jeder fünfte Vater gerne Elternzeit genommen, hat aber aus Angst vor Einkommensverlusten und/oder beruflichen Nachteilen sowie organisatorischen Problemen im Betrieb darauf verzichtet. Neulich sagte mir ein Chefarzt folgenden Satz: „Früher haben die jungen Ärzte lieber Ärger mit der Partnerin als mit dem Chef riskiert, heute ist das umgekehrt...“ – was ihm allerdings sichtbar nicht gefiel...


Kritischer Faktor: Geschäftsführung und Personalverantwortliche



Der Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016 untermauert eindrücklich, dass Motive und Haltung der Geschäftsführung und der Personalverantwortlichen entscheidend dazu beitragen:

In Unternehmen mit Führungskräften, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bestärken, familienfreundliche Maßnahmen zu nutzen, stimmen 87 % der Beschäftigten der Aussage „Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine Selbstverständlichkeit im Unternehmen“ zu. Dagegen stimmen dieser Aussage nur 38 % der Beschäftigten aus Unternehmen zu, in denen Führungskräfte die Beschäftigten nicht bestärken.

Faktoren, die den Kulturwandel negativ beeinflussen können, sind beispielsweise mangelnde Kommunikation, der beschränkte Zugang einzelner Beschäftigtengruppen zu bestimmten Maßnahmen oder Erleichterungen oder ungeeignete Angebote.[5]


NEUE Vereinbarkeit steht für Gleichwertigkeit beruflicher und familiärer Verantwortung



Das Konzept der NEUEN Vereinbarkeit fußt deshalb auf dem gemeinsamen Verständnis, dass familienbewusste Arbeitsbedingungen einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltig erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland leisten. Dazu gehört eine für die Vereinbarkeit förderliche familienfreundliche Unternehmenskultur, in der berufliche und familiäre Verantwortung tatsächlich gleichwertig nebeneinander stehen. Dieses Bekenntnis der Wirtschaft ist neu – und kann als Leitbild für den notwendigen Kulturwandel in den Unternehmen dienen.

Wenn sich Unternehmen und Beschäftigte in diesem Sinne für die NEUE Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen, kann es zu einem echten Qualitätssprung kommen – mit Vorteilen für beide Seiten.

[1] https://www.erfolgsfaktor-familie.de/fileadmin/ef/Wissenplattformfuer_die_Praxis/Memorandum-Familie-und-Arbeitswelt.pdf
[2]Allensbacher Archiv, Monitor Familienleben 2015; IfD Allensbach, Weichenstellungen für die Aufgabenverteilung in Familie und Beruf, 2015 [3] Prognos AG, Zukunftsreport Familie 2030, 2016 
[4]
BMFSFJ, Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2016 
[5]
IW Köln im Auftrag des BMFSFJ, Unternehmensmonitor 2016, 2016




Auditorin Ute Lysk
(©berufundfamilie Service GmbH)
Ute Lysk ist Verwaltungswissenschaftlerin und Auditorin für das audit berufundfamilie. Sie berät seit mehr als 20 Jahren Kunden aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Dienst und zeichnet verantwortlich für das Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Als Auditorin hat sie bereits über 150 Auditprozesse bei Arbeitgebern unterschiedlicher Branchen und Größen begleitet. Ute Lysk ist verheiratet und unterstützt das selbstbestimmte Leben ihrer hochbetagten Mutter sowie ihres Schwiegervaters.

Donnerstag, 3. November 2016

Weltmännertag: Was Männern gut tut – Verdienst, Vaterschaft, Vereinbarkeit


Weltmännertag: Männer auf dem Weg in die Zukunft – Karriere und familiäre Aufgaben vereinen
(©Death to Stock)
Da kann „Mann“ schon mal durcheinander kommen: Heute (03.11.2016) ist Weltmännertag, in gut zwei Wochen – am 19.11.2016 – wird der Internationale Männertag gefeiert. Während der Weltmännertag seit dem Jahr 2000 als Aktionstag zur Männergesundheit begangen wird, will der ein Jahr zuvor zunächst in Trinidad und Tobago eingeführte Internationale Männertag auf die Benachteiligungen von Jungen und Männern in den Bereichen Bildung, Familienrecht und Medien sowie zudem Gesundheit aufmerksam machen.

Der Mann im Fokus also. Ein kleiner Ausflug in die Welt der Zahlen zeigt uns, wer der Mann in Deutschland ist – und vor allem: wie viele.

Der Mann in Deutschland in Zahlen

Laut statistischem Bundesland lebten im Jahr 2015 in Deutschland 40,51 Mio. Männer (und 41,66 Mio. Frauen).[1]

8,4 Mio. Männer waren den Erhebungen 2014 zufolge zwischen 18 und 35 Jahre alt. Dem standen 8 Mio. Frauen in der gleichen Altersgruppe gegenüber. Der Männerüberhang von 5 % ist in dieser Altersgruppe aufgrund der Zuwanderung zum Ende dieses Jahres vermutlich auf etwa 21 % (9,8 Mio. Männer und 8,1 Mio. Frauen) angewachsen.[2]

Männer, die im Jahr 1960 geboren wurden, hatten eine durchschnittliche Lebenserwartung von 66,9 Jahren. Wer in 2015 als Junge geboren wurde, kann mit einer Lebenserwartung von 78,4 Jahren rechnen.[3]

Ein Blick in die Arbeitswelt

Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im Jahr 2014 20 % der berufstätigen Männer in Teilzeit beschäftigt.[4]

Männer verdienen durchschnittlich 21 % mehr als Frauen.[5]

… und auf die Vereinbarkeit

A.T. Kearney hat Väter nach den wichtigsten Faktoren für ihr Wohlbefinden befragt. 92 % finden für ihr Wohlbefinden maßgeblich, Beruf und Familie vereinbaren zu können. Jeder fünfte Vater empfindet die Vereinbarkeit für sich allerdings nicht zufriedenstellend. 18 % der Väter zeigen sich insgesamt mit der beruflichen Situation unzufrieden. Ein nicht geringer Teil von 22 % ist der Meinung, dass familiäre Aufgaben die Karriere im eigenen Unternehmen ausbremsen. Sie befürchten, bei Nutzung betrieblicher familienbewusster Maßnahmen einen Karriereknick hinnehmen zu müssen.[6]


[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161868/umfrage/entwicklung-der-gesamtbevoelkerung-nach-geschlecht-seit-1995/
[2] Vgl. http://www.wissensmanufaktur.net/importierter-frauenmangel
[3] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/273406/umfrage/entwicklung-der-lebenserwartung-bei-geburt--in-deutschland-nach-geschlecht/
[4] http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/teilzeitjobs-top-branchen-fuer-teilzeit-maenner/11693362.html
[5] https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/03/PD16_097_621.html
[6] Vgl. http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/beruf-und-familie-vaeter-sind-frustrierter-als-muetter-14469624.html

Dienstag, 1. November 2016

Feiertag und so manch einer arbeitet trotzdem


Feiertage sind was Feines – zumindest für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Ausschlafen, etwas mit der Familie und/ oder Freunden unternehmen oder in ein benachbartes Bundesland zum Shoppen fahren. Aha, benachbartes Bundesland… Ja, nicht alle Bundesbürgerinnen und -bürger kommen in den Genuss jeden Feiertags. Allerheiligen ist so einer dieser Feiertage, an dem zum Beispiel wir hier in Hessen wie gewohnt unserem Arbeitsalltag nachgehen. Vielleicht begegnen wir in der Mittagspause einigen Rheinland-Pfälzern, die zum Einkauf in die Stadt gekommen sind. Es sei ihnen gegönnt, ebenso wie allen in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und im Saarland Erwerbstätigen.

Ausnahmen – damit’s funktioniert 

Arbeiten am Feiertag? Viele dürfen die nicht, einige müssen.
(©Death to Stock)
Betrachten wir mal die andere Seite: Was ist eigentlich, wenn jemand an einem Feiertag arbeiten möchte, etwa um sich mit Kunden oder Partnern in einem „arbeitenden“ Bundesland zu treffen oder um sonst wie in einem Projekt voranzukommen?

Die eindeutige gesetzliche Regelung in den §§ 9 bis 13 Arbeitszeitgesetz bremst den Ansporn schnell aus. Diese besagt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden dürfen. Eine Ausnahme bilden bestimmte Berufsgruppen und Beschäftigungsfelder wie etwa die Feuerwehr, die Polizei, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und der Not- und Rettungsdienst. Gearbeitet wird auch bei Verkehrs- sowie Energie- und Wasserversorgungsbetrieben. Und damit man am Feiertag auch einen Kaffee trinken gehen kann, steht das Personal in der Gastronomie parat. Die Liste der Ausnahmen ist noch um einiges länger und sie zeigt: Wenn die Dinge funktionieren sollen, kommt so manch einer auch an Feiertagen nicht um die Arbeit herum.