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Dienstag, 17. Mai 2016

Wirtschaftsforum der RBW (12.05.2016)

Wie geht Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben im Rheinisch-Bergischen Kreis?


Familien- und lebensphasenbewusste Angebote von Arbeitgebern sollten den individuellen Bedarfen von Beschäftigten im Idealfall genau entsprechen. Wie geht das? Welche Aspekte sind abzudecken? Wie können für beide Seiten Vorteile generiert werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das am vergangenen Donnerstag (12.05.2016) in Bergisch-Gladbach stattgefundene Wirtschaftsforum der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW), zu dem ich einen Redebeitrag beisteuern konnte.

Akteure des RBW-Wirtschaftsforums, v.l.n.r.: Silke Ratte (RBW), Dr. Hermann-Josef Tebroke (Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises), Elke Nentwich (Stv. Leiterin Personalwesen der Soennecken eG, Overath), Prof. Dr. Albena Neschen, (Dozentin der Fachhochschule der Wirtschaft, Bergisch Gladbach), ich (Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH), Stephan Kastner (Vorsitzender der Geschäftsführung der STEINCO Paul vom Stein GmbH, Wermelskirchen), Volker Suermann (Geschäftsführer RBW) (© RBW)




Zunächst aber machte Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke in seinem Fachvortrag über „den familienfreundlichen Rheinisch-Bergischen Kreis“ u. a. die regionalen Bedingungen deutlich: Der überwiegende Teil der Unternehmen im Kreis ist klein- und mittelständisch. Es gibt eine hohe Anzahl von Familienunternehmen, in denen der Kontakt zu einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besonders eng ist. In diesem Verhältnis können individuelle Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie direkt austariert werden.


Dreiklang aus Berufs- und Lebensphase und Lebensentwurf

Individuelle Lösungen sind letztendlich auch der Erfolgsschlüssel. Wie man an diesen herankommt, erläuterte ich über den Ansatz der individualisierten Personalpolitik. Zunächst präsentierte ich verschiedene Generationen und deren Prägungen auf die Arbeitswelt. Hier wird schnell klar, dass sich allein hieraus schon eine große Vielfalt für die Personalarbeit ergibt.


„Lebensphasenorientierte Personalpolitik als Schlüssel zur
Arbeitgeberattraktivität
“ war das Thema meines (Oliver Schmitz,
berufundfamilie Service GmbH) Vortrags (© RBW)
Bei der Vereinbarkeit muss neben der beruflichen und der privaten Lebensphase des Beschäftigten auch deren Lebensentwürfe betrachtet werden. Eine Frage könnte etwa sein: Ist er in der Rush Hour des Lebens und möchte Karriere machen? Ein üblicher Rückschluss wäre, dass in dieser Phase Vereinbarkeitslösungen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Doch damit können Arbeitgeber falsch liegen. Denn äußerst entscheidend ist der Lebensentwurf des Beschäftigten. Wenn er zu den stark karriereorientierten Mitarbeitern zählt, könnte der Rückschluss zutreffen. Besonders ausgeprägt ist bei Beschäftigten aber heute ein Lebensentwurf, bei dem Familie und das private Umfeld einen höheren Stellenwert haben. Das hat unsere Studie „Vereinbarkeit 2020“ ergeben. Etwa 67 % der Beschäftigten möchte sich beruflich entwickeln, aber auch ausreichend Zeit für Familie und Privatleben haben. Diese Gruppe möchte flexible Arbeitsformen, um neben der Karriere auch viel für die Familie da sein zu können. Aber auch die Gruppe, die stärker auf die Selbstverwirklichung im Beruf setzt (22,3 %), begrüßt betriebliche Maßnahmen zur Vereinbarkeit. Hierzu zählen häufig Angebote für Väter und auch Angebote die Betreuungsaufgaben für Kinder oder Angehörige übernehmen, damit man sich verstärkt dem Job widmen kann.


Beste Voraussetzungen in KMUs: Dialog

Lebensentwürfe von Beschäftigten zu erfassen, ist daher zentral. KMUs könnten sich von dieser personalpolitischen Aufgabe überfordert fühlen. Doch es geht nicht darum, jeden einzelnen Mitarbeiter zu scannen und zu kategorisieren. Es geht darum, den Dialog zwischen Führungskraft und Beschäftigten zu intensivieren und auf dieser Basis bereits vorhandene familien- und lebenssphasenbewusste Maßnahmen zu optimieren. Für diesen gewinnbringenden Dialog haben gerade KMUs, in denen die Kommunikationswege eher kurz sind, beste Voraussetzungen.

Besonders gute Lösungen aus der Region wurden in der anschließenden Podiumsdiskussion präsentiert und offen diskutiert:
  • Dr. Hermann-Josef Tebroke, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises
  • Elke Nentwich, Stellvertretende Leiterin Personalwesen der Soennecken eG, Overath
  • Stephan Kastner, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEINCO Paul vom Stein GmbH, Wermelskirchen
  • Prof. Dr. Albena Neschen, Dozentin der Fachhochschule der Wirtschaft, Bergisch Gladbach
„Wie sehen betriebliche Lösungen in der Region aus?“
– die Podiumsdiskussion aus dem Wirtschaftsforum der RBW (© RBW)
Es handelte sich hier um eine Art Auftaktveranstaltung zum Thema und es werden sicherlich noch einige interessante weitere Veranstaltungen folgen. Dem RBW und den Akteuren in der Region, wünschen wir viel Erfolg auf dem weitsichtigen und verantwortungsvollen Weg den sie damit eingeschlagen haben!