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Donnerstag, 11. Mai 2017

Alt sind immer nur die anderen – oder wie meine 88-jährige Großmutter sagt: „In den Seniorenklub gehe ich nicht – da sind ja nur alte Leute!“

Beitrag
Andrea Wagner, Auditorin der berufundfamilie Service GmbH


Potenziale der erfahrenen Beschäftigten nutzen
(©berufundfamilie gGmbH)
Viele denken beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch immer an Frauen, die sich um kleine Kinder kümmern. Glücklicherweise sind in den letzten Jahren verstärkt Männer, welche nicht nur Familienernährer, sondern tatsächlich Väter sein wollen, in den Blickpunkt gerückt. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um ihre Angehörigen kümmern, Fürsorge tragen oder pflegen, stehen im Fokus familienbewusster Personalpolitik.

In meiner Zusammenarbeit mit den Unternehmen treffe ich aber auch zunehmend auf Personalverantwortliche, die vor anderen Herausforderungen stehen: Viele der Arbeitgeber, die wir im audit berufundfamilie betreuen, haben einen Altersdurchschnitt von 48 Jahren und höher. Die Verrentung der Baby-Boomer-Generation bringt in den nächsten Jahren einen enormen Verlust an Kompetenzen und Potenzialen mit sich, zudem führt der Mangel an jüngeren Arbeitnehmer/innen zu einem zunehmenden Wettbewerb um den Führungs- und Fachkräfte-Nachwuchs. Wir sprechen von „alternden Belegschaften“. Nun ist „Alter“ eine relative Größe – die Frage lautet: „Wer gilt in welchem Kontext (Familie, Arbeitswelt, Gesellschaft) als alt?“ Alter und Altern sind gesellschaftlich vermittelte Kategorien, deren Bedeutungen einem stetigen Wandel unterliegen. Fakt ist, dass Deutschland die älteste Bevölkerung Europas hat, das Medianalter (Eine Hälfte der Bevölkerung ist jünger, die andere Hälfte älter.) lag 2015 bei 46,5 Jahren. Der EU-Durchschnitt liegt bei 42,5, das Medianalter der Weltbevölkerung bei 29,9 (Quelle: CIA World Fact Book).

Wunsch und Wirklichkeit


Der demografische Wandel ist in aller Munde, seine Auswirkungen auf die Sozialversicherungssysteme und den Arbeitsmarkt ebenfalls. Was aber können Arbeitgeber konkret tun? Die berufundfamilie gGmbH hat in ihrer Studie „Arbeit und Alter“ bereits im November 2013 500 Arbeitgeber und 500 Arbeitnehmer/innen zwischen 45 und 60 Jahren zu ihren Vorstellungen bezüglich der Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand befragt. Die 2014 veröffentlichten Ergebnisse zeigen große Diskrepanzen zwischen den Wünschen der Beschäftigten und den Vorstellungen und Angeboten der Arbeitgeber.

Die Arbeitgeber gehen davon aus, dass zwei Drittel ihrer Beschäftigten auch weiterhin voll erwerbstätig bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter arbeiten werden. Anderen Formen des Übergangs wie z. B. „reduziert erwerbstätig“ oder „erwerbstätig bis zu einem vorgezogenen Renteneintrittsalter“ spielen aus Sicht der Arbeitgeber auch in Zukunft eine eher untergeordnete Rolle.

Allerdings wünschen sich lediglich 28 % der 45- bis 60-jährigen Erwerbstätigen, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter voll erwerbstätig zu bleiben. Relativ stark ausgeprägt ist dagegen ihr Wunsch, bis dahin reduziert (26 %) bzw. nur bis zu einem vorgezogenen Renteneintrittsalter erwerbstätig zu sein (34 %).

Alternde Belegschaften und das audit berufundfamilie


Mit dem audit berufundfamilie bieten wir Arbeitgebern ein Instrument an, welches für diese lebensphasenbezogenen Herausforderungen Lösungen anbietet. Nicht nur im Rahmen des Auditierungsprozesses, sondern auch darüber hinaus: Für Arbeitgeber, die sich intensiv mit der Gestaltung von Übergängen in den Ruhestand befassen möchten bzw. müssen, habe ich gemeinsam mit der berufundfamilie Service GmbH einen Quick-Check „Arbeit und Alter – Potenziale der Erfahrung nutzen“ entwickelt. Dieser ermöglicht nicht nur eine Altersstruktur-Analyse, sondern bietet Tools für die Untersuchung der Ausgangslage im Unternehmen und hilft dabei, auf den Ergebnissen aufbauend personalpolitische Maßnahmen abzuleiten. Der Quick-Check wurde gemeinsam mit Personalverantwortlichen im Rahmen von Netzwerktreffen getestet und für gut befunden. Die berufundfamilie Service GmbH stellt dieses Instrument jetzt auch nicht-auditierten Arbeitgebern zur Verfügung.

Im Netzwerk der berufundfamilie betreuen wir inzwischen viele Unternehmen und Institutionen, die sich erfolgreich mit dem demografischen Wandel in ihrer Organisation befassen. Wir kennen gute Beispiele und stellen diese gern auch anderen zur Verfügung. Nur, ob die Arbeitnehmerin im Ruhestand dann in den Seniorenklub geht oder nicht, das wissen wir nicht …



Arbeitgeber können den Quick-Check und die dazugehörige Alterstrukturanalyse auf der berufundfamilie Website abrufen. Zum Download geht es hier.



Auditorin Andrea Wagner
(©berufundfamilie Service GmbH)

Andrea Wagner ist seit 2006 Auditorin für das audit berufundfamilie und das audit familiengerechte hochschule. Darüber hinaus ist sie auch in anderen Kontexten für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben tätig, u. a. als Gutachterin für den Bundeswettbewerb „Erfolgsfaktor Familie“ in den Jahren 2012 und 2016. Andrea Wagner kommt aus Thüringen, hat zwei Kinder, eine 88-jährige Großmutter und eine vielfältige Familie.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Vereinbarkeit in Zahlen – Heute: Von A wie „Alternde Belegschaft“ bis Z wie „Zukunft Personal 2016“



Der Stand der berufundfamilie Service GmbH auf der Zukunft Personal 2016 (©berufundfamilie Service GmbH)


 

Alternde Belegschaft


Für 65 % der Beschäftigten ist die Bindung von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entscheidend für den Unternehmenserfolg.

Allerdings denken 51 % der Beschäftigten, dass sich die Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere in den kommenden fünf Jahren verbessern werden.

Randstad, Arbeitsbarometer Q2/2016, Juli 2016
http://www.randstad.de/ueber-randstad/presse-und-aktuelles/pressemitteilungen-und-aktuelles/pm-2016-07-27-wirtschaftsfaktor-demografie-personalstrategien-fur-altere-mitarbeiter-fehlen-1.633216



Betriebsklima


Für 62 % der Europäer ist das Betriebsklima entscheidend dafür, ob sie einen Job annehmen oder nicht.

Die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerinnen finden zu 59,8 % das Betriebsklima ausschlaggebend. Für 57 % ist das Interesse an der Tätigkeit, für 53,9 % eine angemessene Entlohnung und für 44,6 % die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben wichtig.

Marketagent.com, Betriebsklima, Oktober 2016
http://www.wuv.de/karriere_job/betriebsklima_schlaegt_gehaltsscheck




Virtuelle Arbeitsplätze


Die Hälfte der Unternehmen in Deutschland plant bis Ende 2017, virtuelle Arbeitsplätze aus der Public Cloud bereitzustellen.

55 % der Arbeitgeber halten die Sicherheit in den kommenden zwei Jahren für die wichtigste Anforderung in der Unternehmens-IT. Am zweitwichtigsten finden sie mit 35 % das Thema Modernisierung des Arbeitsplatzes.

IT-Analyseunternehmen IDC, Advanced Workplace Strategies in Deutschland 2016, Juli 2016
http://idc.de/de/ueber-idc/press-center/63983-idc-studie-jedes-zweite-unternehmen-in-deutschland-will-2017-virtuelle-it-arbeitsplatze-aus-der-public-cloud-bereitstellen




Wechselwunsch


Derzeit möchten 34 % der Beschäftigten ihren Arbeitgeber verlassen. Am unzufriedensten sind sie vor allem mit ihrer Work-Life-Balance. Im weltweiten Durchschnitt liegt der Wechselwunsch bei 42 %.

CEB, Global Talent Monitor 2016, September 2016
https://www.cebglobal.com/top-insights/global-talent-monitor/germany.html?referrerTitle=Germany%20Talent%20Trends&referrerContentType=indexpage&referrerComponentName=External%20List%20-%20Temporary




Zukunft Personal 2016


Mit 732 Ausstellern verzeichnete die diesjährige Messe Zukunft Personal (vom 18. bis 20.10.2016 in der Kölnmesse) einen Ausstellerrekord.

Mit 16.940 Personalverantwortlichen, Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Personalabteilungen kamen 11 % mehr Besucher als im Vorjahr.


Familienbewusstsein ins Bild gesetzt (©berufundfamilie Service GmbH)
Entsprechend gut frequentiert war auch der Stand der berufundfamilie Service GmbH. Hier konnten sich die Interessierten nicht nur inhaltlich ein Bild von einer zukunftsfähigen familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik machen. Dank Tuncay Erol erhielten sie zudem ihre ganz persönliche Karikatur.