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Donnerstag, 27. Juli 2017

Am Tag der Freundschaft: Vereinbarkeit schließt auch Freunde mit ein



Vereinbarkeit weiterdenken: Freunde und Privatleben mit einschließen deathtothestockphoto)


Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig? Für die Familie da zu sein? Gute Freunde zu haben? In einer glücklichen Partnerschaft zu leben? Kinder groß zu ziehen? Oder beruflich erfolgreich zu sein? Die Jakobs-Studie zeigt: Einer Mehrheit der Deutschen sind gute Freunde, zu denen sie eine enge Beziehung pflegen, wichtiger als für die Familie da zu sein. (Jakobs-Studie 2014)

Auf den ersten Blick mag dieses Ergebnis überraschen. Die Statistik erklärt, weshalb die meisten Deutschen der Freundschaft einen solch hohen Stellenwert beimessen: 7,7 Mio. Ehepaare hatten im Jahr 2015 ein oder mehrere Kinder. Knapp 9,8 Mio. Ehepaare waren hingegen kinderlos. (Statistisches Bundesamt 2015) Hinzu kommt, dass viele beste Freundschaften gute Chancen haben, so manche Ehe zu überdauern. Denn laut der Jakobs-Studie sind sich zwei Drittel der Bevölkerung sicher, Freunde zu haben, mit denen die Freundschaft ein Leben lang halten wird. (Jakobs-Studie 2014)


Freunde werden bei Vereinbarkeit meist nicht mitgedacht


Freunde sind in unserem Leben also ein wichtiger Bestandteil. Eine gute Freundschaft macht uns nachweislich glücklich und Freunde stehen für uns ein. „Ein enger Freund ist jemand, auf den ich mich verlassen kann.“ Dieser Meinung sind 87%. (Statista.de 2017)

Viele Arbeitgeber möchten ihren Beschäftigten die Möglichkeit bieten, berufliche und private Belange unter einen Hut zu bringen. 2015 zeigt eine Studie der berufundfamilie jedoch: Werden Beschäftigte gefragt, für wen die familien- und lebensphasenbewusste Angebote im Unternehmen gelten, werden Kolleginnen und Kollegen ohne Kinderbetreuungs- und Pflegeaufgabe oftmals ausgeschlossen. Nur knapp 2/5 der Beschäftigten meinen, die Vereinbarkeit gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen. (Studie „Vereinbarkeit 2020“ 2015)

Privatleben als dritte Dimension der Vereinbarkeit 


Die logische Konsequenz lautet: Arbeitgeber müssen Vereinbarkeit weiterdenken. Denn sprechen sie ausschließlich kinderlose verheiratete Beschäftigte, die zudem keinen Angehörigen pflegen, mit Maßnahmen zu Vereinbarkeit an, geht die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik an weiten Teilen der Belegschaft vorbei. 

Vereinbarkeit ist zwar ein Thema für Mütter, Väter und Pflegende – aber nicht ausschließlich! Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilieService GmbH, warnt: „Arbeitgeber, die Beschäftigte ohne klassische Familienaufgaben von ihren Vereinbarkeitslösungen ausschließen, können eine Neiddebatte provozieren. Da kommt dann schnell die Frage auf: Warum kommt man der Mutter entgegen, wenn das Kind krank ist, und mir nicht, wenn ein enger Freund dringend Hilfe benötigt?“ Wollen Arbeitgeber die Lebensrealität all ihrer Beschäftigten im Blick behalten und eine Neiddebatte unter Kolleginnen und Kollegen vermeiden, ist es wichtig, die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik auf die Belange der Vereinbarkeit von Beruf, Familie UND des Privatlebens auszurichten.

Ein weiter Familienbegriff ermöglicht Vereinbarkeit von Beruf und Freundschaft


Arbeitgeber, die sich der Auditierung zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule stellen, definieren zu Beginn des Prozesses, was sie als Unternehmen, Behörde, Wissenschaftseinrichtung oder Hochschule unter dem Begriff „Familie“ verstehen. Der definierte Familienbegriff ist die Grundlage für personalpolitische Maßnahmen, die ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erleichtern soll. Je nach Historie und Kultur der Organisation variieren die Definitionen zwischen einem engen, eher engen, eher weiten und weiten Familienbegriff. Diese fünf Beispiele zeigen, zwischen welchen Familienbegriffen Arbeitgeber variieren:

1 - Enger Familienbegriff

Familie ist auf die Ehe gegründet und auf die Erziehung von Kindern ausgerichtet.


2 - Eher enger Familienbegriff

Familie ist der Kreis von Verwandten und Partnern, mit dem man langfristig verbunden ist. Dies gilt für Kinder, Ehe- und Lebenspartner, für Eltern, Schwiegereltern, Großeltern und Enkel.


3 - Eher weiter Familienbegriff

Familie ist ein soziales Netzwerk. Dazu gehören Eltern und ihre Kinder, allein erziehende Mütter und Väter, Patchwork- und Pflegefamilien, nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und pflegebedürftige Angehörige.


4 - Weiter Familienbegriff

Familie ist dort, wo Menschen nachhaltig Verantwortung füreinander übernehmen. Dies umfasst neben Familienangehörigen und Partnern auch Singles, Paare ohne Kinder und Freunde. Auch die Verantwortung für die eigene Person und eine gelingende Balance von Beruf und Privatleben gehört dazu.

Immer mehr Arbeitgeber entscheiden sich für einen eher weiten bzw. weiten Familienbegriff als Grundlage ihrer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik. Ein guter Schritt, um die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und eben auch Freundschaft zu ermöglichen.


Sie sind gefragt: Fänden Sie es in Ordnung, wenn ihr Kollege seine Arbeitszeit reduziert, um einen Freund zu unterstützen?

Freitag, 17. Februar 2017

Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20.02.2017 – Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben im Blick




Mit familien- und lebensphasenbewusster Personalpolitik berufliche Chancengerechtigkeit erhöhen (©Death to Stock)

Der kommende Montag, der 20. Februar 2017, ist der Welttag der sozialen Gerechtigkeit. 2009 von den Vereinten Nationen (UNO) ins Leben gerufen, soll dieser Aktionstag an das Leitbild der sozialen Gerechtigkeit in Gemeinschaften erinnern. Im Umkehrschluss wird der Tag dazu genutzt, auf Ungerechtigkeiten innerhalb der eigenen Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ziel des Tages ist es nämlich nicht nur, auf globaler Ebene zu mehr sozialer Gerechtigkeit beizutragen, sondern auch Aufmerksamkeit für nationale Belange zu schaffen.

Soziale Gerechtigkeit stützt sich in Deutschland – als ideelles Ziel – auf den Artikel 20, Absatz 1 des Grundgesetzes: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Die Ausgestaltung des Sozialstaatsprinzips ist allerdings abhängig von der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie dem gesellschaftlichen Bewusstsein.


Gerechtigkeit durch Chancengleichheit

Was verstehen wir nun eigentlich unter sozialer Gerechtigkeit? Aktuelle Angaben dazu liegen z. B. mit der Allensbach-Studie „Generation Mitte“ (2016) vor. Für die „Generation Mitte“, also die 30- bis 59-Jährigen besteht soziale Gerechtigkeit vor allem in der Möglichkeit, von der Arbeit leben zu können (86 %). Chancen- und Leistungsgerechtigkeit ist 83 % wichtig. Für 81 % zählt der gleiche Zugang zum Gesundheitssystem. 76 % wünschen „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“.[1]

 

Chancen mit familien- und lebensphasenbewusster Personalpolitik

Als Unterpunkt einiger dieser Aspekte positioniert sich immer mehr die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Flexiblere Arbeitsmodelle können insbesondere für Frauen die Chancen verbessern, einer eigenen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik eröffnet Beschäftigten die Möglichkeit, sich beruflich weiterzuentwickeln. Karriere ist mit gelingender Vereinbarkeit für Mütter wie für Väter, die Kinder betreuen, und auch für Beschäftigte, die Pflegeaufgaben wahrnehmen, realistischer.


[1] Siehe http://www.gdv.de/2016/09/generation-mitte-2016-die-studienergebnisse-im-ueberblick/