Freitag, 29. Dezember 2017

Vereinbarkeit in Zahlen – Welche Faktoren die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben beeinflussen




Vereinbarkeit und Arbeitswelt: Aktuelle Zahlen und Stichwörter (©berufundfamilie Service GmbH)

Für 40 % der Beschäftigten sind Überstunden die Regel. Und weibliche Beschäfitgte, die einen weiten Arbeitsweg zurücklegen müssen, haben seltener Kinder.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Glückwunsch: 61 Arbeitgeber erhalten Zertifikat zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule


(61 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen wurden von der berufundfamilie ausgezeichnet ©berufundfamilie Service GmbH)

Fünf Mal im Jahr erteilt die berufundfamilie das Zertifikat zum audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule. Am 15. Dezember 2017 erhielten 61 Arbeitgeber die Auszeichnung. 33 Unternehmen und 19 Institutionen können sich zum Jahresabschluss über das Zertifikat zum audit berufundfamilie freuen. Neun Hochschulen wurden mit dem Zertifikat zum audit familiengerechte hochschule ausgezeichnet, das ihr Engagement für familiengerechten Forschungs- und Studienbedingungen belegt.

Freitag, 15. Dezember 2017

Arbeitszeitflexibilität durch Gleitzeit – Ein Geben und Nehmen




(Gleitzeitregelungen ermöglichen Flexibilität für Beschäftigte ©unsplash.com)


Wer wann wie viele Stunden pro Woche arbeiten soll bzw. darf, diskutieren aktuell sowohl Unternehmen, Verbände als auch die Politik. Viele Arbeitgeber haben bereits die klassische Kernarbeitszeit abgeschafft und bieten ihren Beschäftigten die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wann sie innerhalb eines bestimmten Zeitkorridors mit der Arbeit beginnen und wann sie Feierabend machen. Die Befürworter der Arbeitszeitflexibilisierung betonen unter anderem Chancen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Hingegen mahnen die Skeptiker, eine zunehmende Flexibilisierung erhöhe das Risiko einer Entgrenzung der Arbeit und steigere die Belastung der Mitarbeiter*innen.

Donnerstag, 30. November 2017

Vereinbarkeit in Zahlen – Attraktive Arbeitgeber?




Vereinbarkeit und Arbeitswelt: Aktuelle Zahlen und Stichwörter (©berufundfamilie Service GmbH)
Frauen zeigen ein höheres Interesse an einer Bewerbung, wenn familienfreundliche Angebote mit einem Mann geworben werden.

Donnerstag, 23. November 2017

Zertifikatsverleihung 2017 in Südtirol: 34 familienbewusste Arbeitgeber erhalten Zertifikat zum audit familieundberuf




34 familienbewusste Arbeitgeber aus Südtirol erhalten Zertifikat zum audit familienundberuf
(Foto: Matteo Groppo/Handelskammer Bozen)

Gestern (22.11.2017) erhielten 34 familienbewusste Arbeitgeber aus Südtirol das „audit familieundberuf“, auch „L’audit famigliaelavoro“ genannt. Zweidrittel der Unternehmen und Organisationen haben sich erstmals für eine Auditierung entschieden, 12 konnten die Re-Auditierung erfolgreich abschließen. Überreicht wurde das Zertifikat von Familienlandesrätin Waltraud Deeg und Handelskammerpräsident Michl Ebner.


Waltraud Deeg, Oliver Schmitz und Michl Ebner (links nach rechts) gratulieren
den zertifizierten Arbeitgebern (Foto: Matteo Groppo/Handelskammer Bozen)

Waltraud Deeg und Michl Ebner sind sich einig: Die Investition in die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für Unternehmen und Beschäftigte eine Win-Win-Situation. Über deutschen Boden hinaus haben Unternehmen erkannt, wie wichtig Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben für die Arbeitgeber-attraktivität ist. Beide betonen, dass familienbewusste Unternehmen auf motivierte und engagierte Beschäftigte setzen können.
Auch Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, ließ es sich nicht nehmen, den Zertifikatsträgern zu gratulieren. Das audit unterstütze Arbeitgeber darin, ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik zu stärken und auch die Anforderungen zu meistern, die mit dem Werte- und Generationenwandel verbunden sind, so Schmitz.
                                                                                                     
Das audit berufundfamilie beruht auf einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Angeboten wird es von der berufundfamilie Service GmbH, die auch die europaweite Lizenz an dem strategischen Managementinstrument besitzt. Das audit wurde 2004 in Südtirol eingeführt. Die Familienagentur und die Handelskammer Bozen bemühen sich gemeinsam um eine Sensibilisierung für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 66 Unternehmen aus Süditirol haben seit 2004 das Verfahren erfolgreich durchlaufen.

Weitere Informationen zur Zertifikatsverleihung in Südtirol finden Sie hier.

 


Mittwoch, 15. November 2017

Internationaler Männertag: Mann kann vereinbaren


Selbstverständlich! – vereinbaren Männer Beruf, Familie und Privatleben (©Death to Stock)

Am 19. November feiern wir den Internationalen Männertag. Eigentlich wurde er am 7. Februar eingeführt und zwar im Jahr 1992 von Thomas Oaster, Direktor des Missouri Center for Men’s Studies an der University of Missouri. Sieben Jahre später rutschte der Awareness-Tag im November, behielt aber seine ursprüngliche Intention: das Bewusstsein für Benachteiligungen von Jungen und Männern in den Bereichen Bildung, Familienrecht, Medien und Gesundheit zu stärken.

Was die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben angeht, kann bei Männern nicht von einer Benachteiligung im eigentlichen Sinne gesprochen werden, aber sicherlich von Nachholbedarf. Die Studie Vereinbarkeit 2020 ergab beispielsweise, dass lediglich 18 % der Befragten (Männer wie Frauen) der Aussage „Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben im Unternehmen gilt für Väter“ voll zustimmen.

Familienbewusstsein contra Karriere?


„Wollen aber nicht können“ scheint das Stichwort zu sein: Männer würden zwar gerne mehr für familiäre Aufgaben da sein, stoßen aber an die Grenzen des Machbaren. Die Gründe sind vielschichtig. Der Väterreport des Bundesfamilienministeriums (2016) und die 361° A.T. Kearney-Familienstudie „Vereinbarkeit wagen“ (2015) verraten:
  • Nur 14 % der Eltern verwirklicht ein partnerschaftliches Modell – Familie ist zumeist Aufgabe der Frau
  • 1/3 der Männer hat noch keine familienbewusste Maßnahmen genutzt
  • Fast jeder 5. Vater hätte gerne Elternzeit genommen, hat aber aus Angst vor Einkommensverlusten und/oder beruflichen Nachteilen sowie organisatorischen Problemen im Betrieb darauf verzichtet
  • ¼ der Männer sorgt sich, dass bei Inanspruchnahme familienbewusster Angebote
    • die zukünftige Karriere gefährdet sei
    • sie zukünftig mit inhaltlich weniger attraktiven Aufgaben beauftragt würden oder
    • ihre beruflichen Leistungen von Vorgesetzten schlechter wahrgenommen würden
  • Nur 36 % der Männer glaubt, dass eine 80-bis-90-%-Stelle für Männer in Unternehmen bereits akzeptiert ist
Dass „Mann vereinbaren kann", zeigen Beispiele von Arbeitgebern, die nach dem audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule zertifiziert sind.

Die Universität des Saarlandes stellt beispielsweise in ihrem Intranet den „Vater des Monats“ vor. Regelmäßig berichtet in der Rubrik ein an der Hochschule tätiger Vater über persönliche Erfahrungen mit der Vaterschaft und auch mit der Vereinbarkeit. Mit dieser Aktion stärkt die Hochschule das Selbstverständnis für Männer, die Familie und Beruf gleichermaßen leben möchten.

Mit Vorbildern arbeitet auch die Aspen Bad Oldesloe GmbH. Der Generikahersteller hat in seinem Newsletter unter der Überschrift „Beruf und Familie“ eine Interviewreihe etabliert, in der Mitarbeiter – Männer wie Frauen – über Erfahrungen berichten, wie es ihnen erfolgreich gelingt, Beruf, Familie und Privatleben unter einen Hut zu bringen und welchen Beitrag Aspen als Arbeitgeber bei der Realisierung geleistet hat.

Die auf Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungs-Software spezialisierte DATEV eG wendet sich mit dem „Väterbrief“ direkt an werdende Väter. Jeder (werdende) Vater erhält spätestens mit Einreichen der Geburtsurkunde – meist aber schon ½ Jahr vor der Geburt – den Väterbrief. Der Brief enthält ein umfassendes Informationspaket zu den familienorientierten Angeboten und Regelungen im Unternehmen, u.a. zu der Gewährung von zwei Tagen Sonderurlaub und zur Geburtsbeihilfe in Höhe von 500 EUR. Zudem ist ein Musterantrag zur Elternzeit beigefügt. Auch eine persönliche Beratung wird angeboten. Durch die explizite Ansprache von Vätern setzt DATEV ein klares Signal, dass die Inanspruchnahme familienbewusster Maßnahmen durch Männer vom Unternehmen unterstützt wird.

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf organisiert über ihr FamilienBeratungsBüro seit dem Jahr 2009 Veranstaltungen und bietet eine Plattform für Väter und Kinder Hochschule. Väter sollen aktiv in ihrer Rolle unterstützt werden. Angesprochen sind alle Väter – also Familienväter, allein erziehende oder von der Partnerin und Kind getrennt lebende Väter. Ein „Renner“ ist mittlerweile der Wandkalender „VäterZEIT“, der 2009 zum ersten Mal von der Gleichstellungsbeauftragten aufgelegt wurde. Der aktuelle Kalender zeigt acht Fotos von Vätern und deren Kindern aus der Heinrich-Heine-Universität.

Freitag, 10. November 2017

Fachforum "Arbeit und Alter": Lösungen aus der Wissenschaft, Beratersicht und Arbeitgeberpraxis




(Altersgemischte Teams sind innovativ
©berufundfamilie Service GmbH)

Während viel darüber gesprochen wird, was Unternehmen bieten müssen, um die Generation Z von sich zu überzeugen, drängt eine weitere Herausforderung: Die Babyboomer-Generation, also diejenigen die zwischen 1955 und 1969 geboren sind, stellt einen großen Teil der Erwerbstätigen und geht auf das Rentenalter zu. Während die einen noch einige Jahre arbeiten müssen, planen die anderen schon die Zeit nach der Arbeit.

Zum Fachforum „Arbeit und Alter“ kamen am 08. November 2017 Arbeitgeber verschiedener Branchen, Größen und aus unterschiedlichen Regionen zusammen. Trotz ihrer Diversität bewegten sie ähnliche Fragen:

  • Welche Lösungen können der demografischen Entwicklung entgegen setzen?
  • Welche Potenziale haben erfahrene Beschäftigte und wie können diese genutzt werden?
  • Wie kann das Erfahrungswissen im Unternehmen erhalten bleiben?
  • Und wie können Arbeitgeber Übergänge bis zur Rente oder sogar darüber hinaus gestalten? 

 

Input aus Wissenschaft, Beratersicht und Arbeitgeberpraxis


Das Fachforum beleuchtete diese Fragen aus drei Perspektiven: 1. Wissenschaft, 2. Beratersicht und aus der 3. Arbeitgeberpraxis.

Herr Prof. Michael Dr. Falkenstein, Direktor des Instituts für Arbeiten, Leben, Altern (ALA) erläuterte aus der wissenschaftlichen Sicht, welche Maßnahmen Arbeitgeber ergreifen können, um erfahrene Beschäftigte mental leistungsfähig zu halten. Gute Führung, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement und ein regelmäßiges Feedback sind laut Prof. Dr. Falkenstein wichtige Bausteine, die die Arbeitslust und damit die Arbeitsfähigkeit erfahrener Beschäftigter steigern. 

Martin Volz-Neidlinger ergänzt die wissenschaftliche Perspektive durch seine langjährige Erfahrungen als Berater. Im Hinblick auf den Umgang mit erfahrenen Beschäftigten benennt er drei zentrale Themenfelder:
  1. Es fehlt den Unternehmen das passende Wording, um ihre Zielgruppe zu erreichen. Soll von „Alten“, „Älteren“, „Erfahrenen“ oder von „Personen 50+“ gesprochen werden?
  2. Wenn es um die Kategorie „Alter“ geht, wird diese kalendarisch gedacht. Jedoch fühlen sich nicht alle zum Beispiel 50jährigen gleich alt. Damit Unternehmen ihre Zielgruppe erreichen, sollten sie das „gefühlte Alter“ der Mitarbeiter mitdenken.
  3. Geht es darum zu entscheiden, welche Angebote erfahrene Beschäftigte brauchen, ist es ratsam die Zielgruppe einzubinden und mitentscheiden zu lassen. Martin Volz-Neidlinger empfiehlt Arbeitgebern ein strategisches Generationenmanagement zu verfolgen, welches die einzelnen Lebensphasen der Beschäftigten im Blick hat. 
Aus der Praxis berichteten drei unterschiedliche Arbeitgeber von ihrer aktuellen Situation und den Lösungen die sie gefunden haben. Diese drei Arbeitgeber stellten unter anderem folgende Lösungen vor:  

Landesverwaltung HessenForst

Um für seine Beschäftigten den Übergang in die Rente gut zu gestalten und Wissen zu halten, setzt der Landesbetrieb HessenForst unter anderem auf ein Mentorenprogramm zwischen jungen und erfahrenen Kollegen. Das Besondere: Die Mentorenschaft erfolgt auf Augenhöhe. Während der erfahrene Beschäftigte sein Wissen an den jüngeren Kollegen weitergibt, profitiert der ältere Beschäftigte durch das Wissen seines jungen Mentees. 

Universitätsklinikum Münster

Mehr als 10.000 Ärzte, Pflegekräfte und Verwaltungsangestellte sind am Universitätsklinikum Münster beschäftigt. Um den unterschiedlichen Ansprüchen der vielen Beschäftigtengruppen hinsichtlich ihres Alter und ihrer Lebensphase gerecht zu werden, bietet das Universitätsklinikum Münster unter anderem 120 Dienstmodelle und einen einzigartigen Springerpool an. 

Thomas Magnete

Das Familienunternehmen ist in den letzten Jahrzehnten beeindruckend rasant gewachsen und hat dabei seine Mitarbeiter*innen fest im Blick. Obwohl die Belegschaft recht jung ist, hat das Unternehmen eine Betriebsvereinbarung über die Gestaltung alters- und alternsgerechter Arbeit geschlossen. Das Ziel der Betriebsvereinbarung ist unter anderem die Gestaltung alternsgerechter Arbeitsbedingungen und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Um zu evaluieren, ob die umgesetzten Maßnahmen auch greifen, führt das Unternehmen alle zwei Jahre eine Demografie Analyse durch.  

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Referentinnen und Referenten, den konstruktiven Austausch über den Tellerrand hinaus und freuen uns auf die nächsten spannenden Fachforen.

Sie möchten in Ihrem Unternehmen alle Generationen mit einer lebensphasenbewussten Personalpolitik ansprechen. Wir unterstützen Sie mit Weiterbildungsangeboten oder eine Inhouse-Schulung.  Interessiert am Thema „Arbeit und Alter“. Inhouse Schulung oder Weiterbildungsangebote der berufundfamilie hier. Oder rufen Sie uns an: 069 7171333-170